Technikdenkmäler
Zwischen Feldern und Baumgruppen zwischen Pisarzowice und Komorniki, an der Osobłoga, stehen die Ruinen eines Mühlenkomplexes namens Amerykan: der ehemaligen Mühle Schreibersdorfer Mühle, eines Speichers und eines Gutshauses mit Bäckerei. Die Bauten im Stil der frühen Florentiner Renaissance sind in der Region einzigartig und ziehen heute Fotografen und Freunde des technischen Erbes an.
Der Komplex entstand im 19. Jahrhundert auf Initiative des Grafen Eduard Georg Maria von Oppersdorff aus Głogówek. Auf Reisen in den Vereinigten Staaten faszinierten den Grafen die modernen amerikanischen Mühlen und Bäckereien, und er beschloss, deren Konzept auf seinen Grund zu übertragen. Nach den Vorbildern jenseits des Ozeans nannte die einheimische Bevölkerung den Komplex Amerykan – auf Schlesisch Amerikun – und der Name blieb.
Die Gebäude vertreten den Rundbogenstil mit Details, die an die Florentiner Renaissance erinnern: einfache, kompakte Blöcke von drei oder vier Geschossen, mit Rustika verkleidete Wände von wehrhaftem Charakter, halbkreisförmig geschlossene Fenster und Türen. Die aus dem Wald auftauchenden Mauern wirken wie der Sitz eines Magnaten, nicht wie Wirtschaftsgebäude.
Die Ruinen stehen an der Osobłoga, die zehn Kilometer weiter in die Oder mündet; um sie erstrecken sich rund 50 Hektar Wald, im Unterwuchs wachsen geschützte Pflanzen: Schneeglöckchen, Maiglöckchen und Faulbaum. Zum Komplex führt ein Feldweg, der mit einem blauen Radwanderweg und einer Fußgängerbrücke über die Osobłoga zusammenfällt. Die Mauern sind einsturzgefährdet – die Anlage ist ausschließlich von außen zu besichtigen.
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