Burgen
Głogówek (Oberglogau), Oppeln
Schloss Oberglogau (Zamek w Głogówku) war fast vier Jahrhunderte lang der Sitz der Grafen von Oppersdorff - und 1806 Gastgeber für Ludwig van Beethoven. Seinem Gastgeber, Graf Franz von Oppersdorff, widmete der Komponist die 4. Sinfonie B-Dur op. 60. Heute gehört die weitläufige Renaissance- und Barockanlage über dem Tal der Hotzenplotz (Osobłoga) der Stadt und wartet auf eine Sanierung. Innenhof, Torbau und Schlosspark lohnen den Abstecher trotzdem, gerade für Musikfreunde und Schlesienreisende.
Oberglogau (Głogówek) liegt etwa 50 km südlich von Oppeln (Opole), nahe der tschechischen Grenze. Aus Deutschland fährst du über die A4 Breslau (Wrocław) - Oppeln und weiter über Krappitz (Krapkowice) nach Süden. Das Schloss steht am nordwestlichen Rand der Altstadt, wenige Gehminuten vom Ring entfernt (ul. Zamkowa); parken kannst du am Ring.
Die erste Burg entstand um 1300 unter den Oppelner Piasten. Nach deren Aussterben 1532 kam sie an die Familie von Zedlitz und durch die Heirat von Christina von Zedlitz mit Hans von Oppersdorff (1561) an die Oppersdorffs, die bis 1945 hier lebten. Sie errichteten 1561-1571 das dreiflügelige Oberschloss mit Kapelle, bis 1606 die Ecktürme und danach das Unterschloss mit repräsentativem Tor. Georg III. von Oppersdorff legte eine Bibliothek an, die als eine der größten Oberschlesiens galt. Während der schwedischen Invasion lebte hier ab Oktober 1655 rund zwei Monate lang der polnische König Johann II. Kasimir mit Königin Maria Luisa und seinem Hof. Ein Brand im Jahr 1800 beendete die Blütezeit; bis 1849 wurde das Schloss teils im englisch-neugotischen Stil wiederaufgebaut.
Im Herbst 1806 war Beethoven bei Graf Franz Joachim von Oppersdorff zu Gast. Der Komponist widmete ihm daraufhin seine Vierte Sinfonie. Ein Cembalo, auf dem Beethoven gespielt haben soll, steht heute im Schlossmuseum Pless (Pszczyna).
Der letzte Majoratsherr floh 1945 nach Westen, das Schloss wurde polnisches Gemeindeeigentum und diente als Jugendherberge, Regionalmuseum und Kulturhaus. 2005 verkaufte die Gemeinde es an einen Investor, 2013 kam es unsaniert zurück; 2017-2018 wurden Teile der Fassaden und Fenster erneuert. Laut lokalen Medien würde eine vollständige Sanierung über 100 Mio. Złoty kosten, die Stadt verhandelt mit Kaufinteressenten. Die Innenräume sind normalerweise geschlossen: Im Sommer 2026 gab es nur vier Gruppentermine nach Anmeldung im Kulturzentrum (Centrum Kultury) Głogówek, für den Winter 2026/27 ist nichts angekündigt. Frei zugänglich sind das Äußere, der Torbau mit Barockportal und der 17 Hektar große Stadtpark aus dem 16. Jahrhundert. Plane etwa eine Stunde ein.
Für Beethoven-Fans und Liebhaber verblassender Adelssitze ja - am besten zusammen mit Schloss Moschen (Moszna), rund 15 km nordwestlich, das regulär besichtigt werden kann.
Am Ring steht das Renaissance-Rathaus von 1608, in der Nähe die Kollegiatkirche St. Bartholomäus und die Franziskanerkirche mit Loretokapelle. Südlich liegen Neustadt O.S. (Prudnik) und das Oppagebirge (Góry Opawskie) mit der Bischofskoppe (Biskupia Kopa).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
GetYourGuide
Erlebnisse, Tickets und Touren in Głogówek (Oberglogau) — online buchbar.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Schloss Oberglogau.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.
Geprüft: Oktober 2026