Paläste
Über dem ruhigen Wasser der Putziger Bucht, in einem kaschubischen Dorf zwischen Rheda und Puck, steht ein Palais, das die Einheimischen seit Jahrhunderten Schloss nennen. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als hier der Hof der Familie Wejher stand; später gelangte er in die Hände von Jan III. Sobieski — geschenkt von seiner Schwester, der Witwe Michał Radziwiłłs. Der König kam mehrfach hierher, doch öfter residierte seine geliebte Marysieńka.
Nach 1685 errichteten die Sobieskis ein Barockpalais, und 1769–1772 riss Ignacy Przebendowski beide Häuser ab und baute eine Rokoko-Residenz. Ihre heutige neugotische Form erhielt die Anlage 1840–1845, als sie für Gustav von Below nach einem Entwurf des bedeutenden preußischen Architekten Friedrich August Stüler entstand.
Nach Jahren des Verfalls wurde das Ensemble grundlegend saniert: Heute beherbergt es ein elegantes Hotel mit Restaurant und Café, und vom Garten führt ein Weg hinunter an den schmalen Sandstrand — bis zur Wasserlinie sind es kaum 100 Meter. Hinter dem Garten grasen Pferde, und das Wasser der Bucht ist manchmal so ruhig, dass es einem See gleicht.
Das Palais steht in Rzucewo 6, Gemeinde Puck. Café und Restaurant stehen auch Tagesgästen offen, bei schönem Wetter wird das Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf die Bucht serviert. Verbinden Sie den Besuch mit einem Spaziergang zur alten Robbenjägersiedlung mit Museum und Kulturpark sowie mit dem etwa 3 km entfernten Reservat Beka.
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