Küste
Rzucewo ist ein kleines kaschubisches Dorf an der Putziger Bucht, zwischen Reda und Puck. Seine Strände sind nicht breit, aber selten überfüllt: Landseitig trennt sie der Wald des Küstenlandschaftsparks, und das Wasser der Bucht ist flacher und wärmer als auf offener See.
Das flache Ufer eignet sich für Familien mit Kindern, und die beständigen Winde über der Bucht ziehen Windsurfer und Kitesurfer an. Ein einsamer Steg steht am Strand, der selten von Touristen besucht wird. Eine naturkundliche Besonderheit sind die zahlreichen Ohrenquallen – Quallen, die nicht stechen und für Menschen ungefährlich sind. Zum Strand gelangt man von der Straße Nad Zatoką und über die Lindenallee, die auch zum Steg führt.
Rzucewo gab der neolithischen Rzucewo-Kultur (spätes drittes und frühes zweites Jahrtausend v. Chr.) ihren Namen, bekannt für Bernsteinverarbeitung und Jagd auf Meeressäuger. Die 1894 entdeckte Siedlung der Robbenjäger ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten der südlichen Ostsee, und in den Jahren 2012–2013 wurde hier ein Kulturpark mit Rekonstruktionen der Siedlung und einer Ausstellung in der Kaschubischen Hütte eröffnet.
Seit dem fünfzehnten Jahrhundert gehörte das Dorf nacheinander den Familien Wejher, Sobieski und Przebendowski; der Tradition nach pflanzte Jan III. Sobieski die Lindenallee Richtung Osłonino, als seine Schwester Katarzyna Herrin des Gutes war. Neben dem Strand steht ein neugotisches Schloss von 1840, heute ein Hotel.
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