Denkmäler
Danzig, Pommern

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Audio-Spaziergang durch Danzig — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 95 Min. 3,8 km
Die Bleihof-Insel (Ołowianka) in Danzig liegt mitten in der Mottlau (Motława), direkt gegenüber dem Krantor und der Langen Brücke. Auf engem Raum findest du hier die wiederaufgebauten Speicher des Nationalen Seefahrtsmuseums, das Museumsschiff Sołdek, ein neugotisches ehemaliges Kraftwerk, das heute die Polnische Baltische Philharmonie beherbergt, und einen Kai mit einem der schönsten Blicke auf die Rechtstadt. Ein kostenloser Abstecher abseits des Trubels am Langen Markt.
Der Name erinnert an die Bleilager (ołów = Blei), deren größtes „Bleihof“ hieß. Das Gelände wird bereits 1404 erwähnt. Von 1343 bis 1454 gehörte es zur Burg des Deutschen Ordens, 1454 übergab König Kasimir IV. Jagiełło es der Stadt Danzig. Zur echten Insel wurde es erst 1576 durch einen Kanal.
Im Laufe der Zeit entstanden hier immer mehr Speicher – 1499 drei, 1643 bereits sieben. Am besten erhalten ist der Königliche Speicher aus dem 17. Jahrhundert, entworfen vom Danziger Baumeister Jan Strakowski, heute ein Hotel. Die Speicher Panna, Miedź und Oliwski wurden 1985 wiederaufgebaut und beherbergen seit 1989 das Seefahrtsmuseum; am Speicher Panna sind Hochwassermarken von 1745, 1775 und 1829 zu sehen.
Das Backsteinkraftwerk entstand 1896–1898 durch die Berliner Firma Siemens & Halske und versorgte anfangs rund 6.200 Glühbirnen. Nach der Stilllegung wurde der Komplex zum Sitz der Polnischen Baltischen Philharmonie umgebaut, in dem heute Konzerte und Kongresse stattfinden. Daneben steht ein Abwasserpumpwerk aus den 1870er-Jahren.
Am einfachsten über die Fußgänger-Klappbrücke vom Fischmarkt (Targ Rybny), eröffnet im Juni 2017. Sie öffnet etwa einmal pro Stunde für Boote – plane ein paar Minuten Puffer ein. Vom Langen Markt sind es rund zehn Minuten zu Fuß, vom Hauptbahnhof Gdańsk Główny etwa 15. Mit dem Auto erreichst du die Insel über die Steinmetzbrücke (Most Kamieniarski), Parkplätze gibt es aber kaum. Eine saisonale Fähre verband in den Vorjahren beide Ufer – ob sie 2026/27 fährt, erfährst du auf der Website des Museums.
Auf jeden Fall, schon wegen der Aussicht. Die Insel ist rund um die Uhr frei und kostenlos zugänglich, ein Rundgang dauert 30–45 Minuten; mit Museum und Schiff wird ein halber Tag daraus. Das schönste Licht hast du am späten Nachmittag und abends, wenn die Häuser am Ufer beleuchtet sind. Im Winter ist es am Kai oft windig. Die Insel ist flach, sodass du sie auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut erkunden kannst – störend ist höchstens das Kopfsteinpflaster und die gelegentlich hochgeklappte Brücke. Wer Danzig zum ersten Mal besucht, findet hier zudem einen guten Ort, um die Lage der Rechtstadt, des Hafens und der Speicher zu verstehen: Von hier sieht man, wie eng Handel, Wasser und Stadtbild seit Jahrhunderten zusammengehören.
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Geprüft: Oktober 2026