Denkmäler
Danzig, Pommern

Audioguide
Station 5 von 13 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Der Meeresgott verliert die Geduld, und im Schnaps glitzert Gold.”
13 Stationen 95 Min. 3,8 km
Der Neptunbrunnen in Danzig (Gdańsk) ist das Wahrzeichen der Stadt schlechthin: Die Bronzefigur des römischen Meeresgottes mit erhobenem Dreizack steht seit den 1630er-Jahren auf dem Langen Markt (Długi Targ) vor dem Artushof. Sie erzählt von Danzig als reicher Hafen- und Hansestadt und ist der ideale Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Rechtstadt. Der Brunnen ist frei zugänglich und gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die bei keinem Danzig-Besuch fehlen dürfen.
Den Auftrag gaben Bürgermeister Bartholomäus Schachmann und der Rat der Stadt; zuvor stand an dieser Stelle ein Brunnen, der spätestens seit Mitte des 16. Jahrhunderts belegt ist. Entwurf, Bildhauerarbeiten und Guss zogen sich von 1606 bis 1615 hin. Die Figur entwarf Abraham van den Blocke, das Gussmodell schuf der flämische Künstler Peter Husen. Gegossen wurde der Neptun 1612 in der städtischen Gießerei nach einer Form des Glockengießers Gerdt Benning; er wiegt rund 650 kg.
Wegen des Umbaus des Artushofs und des Dreißigjährigen Krieges sprudelte das Wasser erst am 9. Oktober 1633; ein Jahr später kam das schmiedeeiserne Gitter hinzu. 1757–1761 gestaltete der Bildhauer Johann Karl Stender Becken und Schaft im Rokokostil um, und das Gitter erhielt polnische Adler und Danziger Wappen — ein Hinweis auf die lange Verbindung der Stadt mit der polnischen Krone.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen abgebaut und im Dorf Parchau (Parchowo) bei Bütow (Bytów) versteckt; den Sockel mauerte man ein. Dreizack und ein Teil des Seepferds gingen verloren. Nach der Restaurierung kehrte Neptun zurück, am 22. Juli 1954 lief der Brunnen wieder. Die letzte große Sanierung mit neuer Wasseraufbereitung und Beleuchtung erfolgte 2011–2012.
Schöne Fotos gelingen vor der hellen Fassade des Artushofs, aus der Langgasse (ul. Długa) mit dem Rathausturm im Hintergrund oder von oben, von der Aussichtsplattform des Rechtstädtischen Rathauses. Abends ist der Brunnen beleuchtet.
Der Brunnen steht auf einem öffentlichen Platz — du kannst ihn jederzeit kostenlos besichtigen. Wasser fließt allerdings nur in der warmen Jahreszeit. Nach Angaben der Gdańskie Melioracje, die die städtischen Brunnen betreuen, wird der Neptun traditionell nach Ostern eingeschaltet und Ende September abgestellt, weil Frost die feinen Düsen beschädigen könnte. Im Winter siehst du also die Figur ohne Wasserspiel; die genauen Termine hängen vom Wetter ab.
Am Brunnen selbst verweilst du nur ein paar Minuten, meist ist er aber Station eines 2- bis 3-stündigen Rundgangs durch die Rechtstadt. Der Platz ist eben, teilweise mit Kopfsteinpflaster, und mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut erreichbar.
Vom Bahnhof Gdańsk Główny gehst du in etwa 15 Minuten durch das Hohe Tor (Brama Wyżynna), das Goldene Tor (Złota Brama) und die Langgasse — den historischen Königsweg — bis zum Langen Markt. Aus Berlin erreichst du Danzig mit dem Auto über Stettin (Szczecin), mit der Bahn oder per Flugzeug; vom Flughafen fahren Züge und Busse ins Zentrum. In der Innenstadt gilt eine gebührenpflichtige Parkzone, daher ist der öffentliche Nahverkehr die bequemste Wahl.
Unbedingt — kostenlos, zentral und besonders im Abendlicht wunderschön. In unmittelbarer Nähe liegen:
Rund 15 Gehminuten entfernt liegt das Museum des Zweiten Weltkriegs, und mit dem Bus erreichst du die Westerplatte, wo der Krieg 1939 begann.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026
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