Wasserfälle
Międzygórze, Niederschlesien
Der Wölfelsfall in Wölfelsgrund (Międzygórze), polnisch Wodospad Wilczki, gehört zu den eindrucksvollsten Wasserfällen der polnischen Sudeten: Der Bach Wilczka (Wölfel) stürzt 22 Meter über eine Gneisstufe in einen Felskessel und schießt dann durch eine enge Klamm. Nach dem Zackelfall (Kamieńczyk) ist er der zweithöchste Wasserfall der polnischen Sudeten – und nur wenige Gehminuten vom Parkplatz entfernt.
Wölfelsgrund liegt im Glatzer Schneegebirge (Masyw Śnieżnika) im Glatzer Land, nahe der tschechischen Grenze. Von Breslau (Wrocław) fährst du gut zwei Stunden, von Glatz (Kłodzko) etwa 40 Minuten; aus Dresden oder Görlitz bist du über die A4 und Breslau oder über Tschechien etwa vier Stunden unterwegs. Parkplatz und Hotel liegen wenige Dutzend Meter vom Wasserfall an der Straße nach Międzygórze; alternativ parkst du am Ortseingang und gehst zu Fuß. Wer übernachten möchte, findet im Ort zahlreiche Pensionen, viele davon in historischen Holzhäusern – ideal als Basis für Wanderungen im Schneegebirge.
Bis 1945 gehörte Wölfelsgrund zur preußischen Grafschaft Glatz und war ein beliebter Kurort. Die erste bekannte Beschreibung des Falls stammt von 1781. Um 1830 ließ Graf Wilhelm von Magnis die Stufe künstlich erhöhen – ältere Reiseführer nannten bis zu 27 m. Erst das Hochwasser von 1997 legte den Aufbau frei. Im 19. Jahrhundert ließ Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau oberhalb des Falls einen romantischen Park mit Brunnen anlegen; Besucher zahlten damals für Treppen, Geländer und Stege.
Seit 1958 sind Wasserfall und Klamm Naturschutzgebiet (ca. 2,75 ha) mit Buchen-Tannen-Wald, Moosen und Lebermoosen. Die Klamm ist etwa 200 m lang, 10–18 m tief und nur rund 3 m breit.
Vom Parkplatz zur Brücke sind es etwa 100 m; für den Wasserfall reichen 20–30 Minuten. Mit Kindern ist das ein kurzes, spannendes Ziel – halte die Kleinen an den Geländern über der Klamm aber gut fest. Die Wege führen über Steinstufen und Terrassen – mit Kinderwagen oder Rollstuhl nur eingeschränkt zugänglich, bei Nässe und Eis rutschig. Der Eintritt ist frei (Stand: Oktober 2026).
Jede Jahreszeit hat ihren Reiz: Im Frühjahr zur Schneeschmelze führt der Fall am meisten Wasser, im Sommer bleibt es in der Klamm angenehm kühl, im Herbst leuchten die Buchen golden. Abends wird der Wasserfall beleuchtet – ein schöner Spaziergang, wenn du im Ort übernachtest. Im Winter bilden sich nach Frostperioden Eiszapfen an der Felsstufe; dann sind Grödel oder Schuhe mit gutem Profil Pflicht. Bezahlt wird in Złoty (PLN), Schilder sind polnisch.
Direkt oberhalb verläuft der rot markierte Sudetenhauptweg: westwärts zur Wallfahrtskirche Maria Schnee auf dem Spitzigen Berg (Igliczna), ostwärts zur Hütte unter dem Glatzer Schneeberg. Wölfelsgrund selbst, einst ein beliebter Kurort der Grafschaft Glatz, ist für seine Holzvillen im norwegischen und Tiroler Stil bekannt, und die Bärenhöhle in Kletno ist nicht weit. Lohnt sich der Abstecher? Unbedingt – kurz, kostenlos, sehr fotogen und leicht mit einer Wanderung zu verbinden.
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Geprüft: Oktober 2026