Gärten
Międzygórze, Niederschlesien
Am Hang über Międzygórze (Wölfelsgrund), auf etwa 700 Metern, stehen zwischen Wacholder und Eiben hölzerne Märchenfiguren: Hänsel und Gretel, der Gestiefelte Kater, das polnische Zeichentrick-Zicklein Koziołek Matołek, die Mumins und der Kleine Maulwurf. Den Ehrenplatz hat der Berggeist Rübezahl in seiner Hütte aus Zweigen. Der Garten ist fast hundert Jahre alt und entstand aus Dankbarkeit.
Begründet hat ihn der Förster und Botaniker Isidor Kriesten, der sich kurz nach dem Ersten Weltkrieg ein Haus in Międzygórze baute. Der örtlichen Überlieferung nach begann er, Holzfiguren zu sammeln, um dem Berggeist zu danken, der ihm das Leben gerettet haben soll. Etwa 20 Jahre lang entstanden Figuren aus Wurzeln, Rinde und Ästen; die Einheimischen nannten den Ort „Märchengarten“.
Nach 1960 verwilderte der Garten. 1974 begannen Pfadfinder aus Posen mit der Wiederherstellung und pflegten ihn bis 1981. Seit 1985 betreut ihn die örtliche Abteilung des Polnischen Touristenvereins PTTK; neue Figuren schufen Jerzy Drążkowski und der Bildhauer Czesław Zawojski. 2008 erhielten die Figuren einen farbigen Anstrich.
Von der Bushaltestelle in Międzygórze führt der im Frühjahr 2009 eröffnete Zwergenpfad zum Garten, direkt daneben verläuft der Weg auf die Igliczna mit der Kirche Maria Schnee. Der Garten liegt oberhalb des Ortszentrums, der Weg führt also bergauf. Für den Garten selbst genügt eine halbe Stunde, am besten als Zwischenstopp auf dem Weg zur Igliczna. Ein schönes Ausflugsziel mit Kindern.
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