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Kattowitz, Schlesien
Am westlichen Ende der ul. Mickiewicza stehen zwei silbern-goldene Bürotürme, die 1981 die höchsten Gebäude Polens außerhalb Warschaus waren. Die Stalexport-Hochhäuser entwarf ein Architekt aus Belgrad, gebaut hat sie eine schwedische Firma – und ihre Stockwerke stehen nicht auf Stützen, sondern hängen an Seilen, die oben an Betonkernen befestigt sind. Damit sind sie ein guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang zu den Hochhäusern von Katowice, von der Moderne der Volksrepublik bis zu den Glastürmen des 21. Jahrhunderts.
Zur Zeit der Volksrepublik wickelte die Region Katowice rund 25 % der polnischen Außenhandelsgeschäfte ab; Bergbaumaschinen und ganze Bergwerke wurden von hier in 38 Länder verkauft. Die wichtigste Außenhandelszentrale, Centrozap, brauchte einen neuen Sitz. Erste Entwürfe von 1965 lehnte das Ministerium ab, den endgültigen Plan legte 1974 Đorđe Grujičić vom Belgrader Büro KMG Trudbenik vor (Tragwerk: Radomir Mihailović). Gebaut wurden die Türme 1976–1979 von der schwedischen Firma IBS, teils mit Material aus Schweden. Der höhere Turm wurde 1981, der niedrigere 1982 übergeben. Vorbild waren die Torres de Colón in Madrid.
Im 19. Stock jedes Turms verbirgt sich eine über 90 m lange Rettungsschlauchrutsche, die nach dem Öffnen der Wände ausfährt. Ursprünglich hießen die Türme Bürogebäude der Außenhandelszentralen, später Trade Centre; der Name Stalexport blieb nach einem der ersten Mieter hängen. Bis heute sitzt hier unter anderem der Kohleexporteur Węglokoks, im Flachbau betreibt die Verwaltungsgesellschaft das Bistro „Pod Wieżami“.
Die Skyline zählt heute über ein Dutzend Hochhäuser. Das höchste ist .KTW II (rund 134 m, 2022) am Kreisverkehr, errichtet anstelle des 2015 abgerissenen Gebäudes der Eisenbahndirektion. Einige Hundert Meter entfernt steht der Altus von 2003 (etwa 125 m mit Spitze), an der ul. Wita Stwosza das Woiwodschafts-Bürohaus von 1985 (105 m). Bekanntester Bau aus der Volksrepublik ist die Superjednostka („Supereinheit“) an der al. Korfantego (1970): rund 187 m lang und nach den Ideen Le Corbusiers geplant. In der Siedlung Tysiąclecia stehen die fünf Kukurydze („Maiskolben“, 1988–2000) mit runden Balkonen, der höchste misst etwa 90 m. Die Quellen nennen unterschiedliche Höhen (mit oder ohne Spitze), die Zahlen sind daher Richtwerte.
Die Hochhäuser besichtigen Sie von außen, denn es sind Büro- und Wohngebäude. Ein bequemer Fußweg führt vom Marktplatz über die al. Korfantego an der Superjednostka vorbei zum Spodek und zu .KTW, dann über die ul. Mickiewicza zum Stalexport. Dafür brauchen Sie etwa 1,5 Stunden, die Kukurydze erreichen Sie am einfachsten mit der Straßenbahn. Das beste Foto der Stalexport-Türme gelingt aus der Achse der ul. Mickiewicza, die die Gebäude nach Westen abschließen. Zu den Straßenbahnhaltestellen sind es rund 5 Minuten zu Fuß, zum Hauptbahnhof etwa 15 Minuten. Ein weites Panorama der Skyline bietet die kostenpflichtige Aussichtsterrasse auf der Christkönigskathedrale.
Eintritt frei
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