Festungen
Prudnik, 1279 nach Magdeburger Recht gegründet, gehört zu den ältesten Städten Oberschlesiens. Schon im 14. Jahrhundert wurde die Stadt mit Mauern und zwei Toren umgeben: dem Oberen Tor, auch Nysa-Tor genannt, und dem Unteren Tor. An Letzterem erhob sich im 15. Jahrhundert ein steinerner Turm, dessen Anfänge bis ins Jahr 1481 zurückreichen und der bis heute den Rhythmus eines Spaziergangs durch die Altstadt bestimmt.
Der Turm des Unteren Tores steht nicht für sich — er ist in die Reihen der Bürgerhäuser hineingewachsen und wird daher von den Seitenstraßen östlich des Marktes am besten sichtbar. Das gemauerte Bauwerk hat drei Geschosse: die beiden unteren auf quadratischem Grundriss sowie das achteckige, zinnenbewehrte Obergeschoss mit kegelförmigem Helm. Diese Form hat sich in dieser Region selten so klar erhalten.
2006 wurde der Turm grundlegend saniert; die Qualität der Arbeiten wurde mit dem Titel Zabytek Zadbany (Gepflegtes Denkmal) ausgezeichnet, den das Ministerium für Kultur und nationales Erbe vergibt. Für eine Stadt von knapp 19.000 Einwohnern ist er neben dem Wok-Turm und den erhaltenen Mauerresten eines der wertvollsten Zeugnisse des mittelalterlichen Ursprungs.
Der Turm steht an der Stefana-Batorego-Straße 2, etwa zweihundert Meter vom Markt entfernt, und lässt sich gut in einen Spaziergang durch das Zentrum einplanen: Marktplatz, Turm, dann ein Kaffee in einem der nahen Cafés. Das Objekt betrachtet man von außen; das Nachmittagslicht von der Batorego-Straße liefert die besten Motive. Reservieren Sie für die Umgebung einen halben Tag — die Oppagebirge und die Biskupia Kopa liegen nur wenige Kilometer entfernt.
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