Kirchen & Klöster
Głuchołazy, Oppeln
Die kleine Rochuskirche in Głuchołazy (Ziegenhals) erinnert an die große Pestepidemie, die die Stadt Mitte des 14. Jahrhunderts heimsuchte. Um 1350 entstand hier eine Kapelle, die heutige kleine Kirche wurde 1626–1627 errichtet. Ihr Patron, der heilige Rochus, wird seit Jahrhunderten als Schutzheiliger gegen die Pest angerufen, und die Ausstattung nimmt unmittelbar Bezug auf jene Katastrophe.
Die Kirche wurde aus eigenen Mitteln des örtlichen Pfarrers erbaut und im Sommer 1628 geweiht. Sie war eine Friedhofskirche: Bis 1866 war sie von einem Friedhof umgeben, auf dem Gemeindemitglieder aus den Dörfern, meist Bauern, bestattet wurden. Im 19. Jahrhundert verfiel der Bau, und 1860 ließ ihn Pfarrer Bulang erneuern. Heute ist sie Filialkirche der Pfarrei St. Laurentius.
Der Bau trägt gotische Züge: eine dreiseitige Apsis, ein hölzernes Glockentürmchen, Spitzbogenfenster und ein Spitzbogenportal. Herzstück ist der spätrenaissancezeitliche Altar von 1625, bekrönt von einem Pelikan als Christussymbol. Auf einem achteckigen Tafelbild von Schonfelder hält das Jesuskind in den Armen der Muttergottes die strafende Hand Gottes mit Blitz und Hammer zurück. Der untere Teil des Altars gleicht einem Sarkophag mit lateinischen Inschriften und einem Relief der Ehernen Schlange, die nach der Bibel die Israeliten vor einer Seuche bewahrte.
Die Kirche steht an der ul. Marii Skłodowskiej-Curie. Für Außenbau und Portal genügt eine Viertelstunde; wer hinein möchte, fragt am besten vorab bei der Pfarrei St. Laurentius an, denn feste Öffnungszeiten werden nicht veröffentlicht. Der Besuch lässt sich gut mit der barocken Pfarrkirche St. Laurentius am Marktplatz verbinden.
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