Festungen
Kolberg, Westpommern
Die Festung Kolberg (Kołobrzeg) ist kein einzelnes Bauwerk, sondern ein über Hafen und Stadt verteiltes Ensemble aus Forts, Redouten und Schanzen. Von 1653 bis 1872 war Kolberg eine der wichtigsten preußischen Festungen an der Ostsee, berühmt durch die Belagerung von 1807 – und im März 1945 noch einmal Schauplatz schwerer Kämpfe. Heute verbinden zwei Rundwege die erhaltenen Reste. Wer sich für die gemeinsame deutsch-polnische Geschichte der Stadt interessiert, findet hier die eindrucksvollsten Spuren.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel die alte Hansestadt an Brandenburg. Ab 1653 ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm sie zur bastionierten Festung ausbauen. Die Bewährungsproben:
1872 wurde die Landfestung aufgehoben (die Seefestung 1887) – der Startschuss für den Aufstieg zum Ostseebad. Im November 1944 erklärte Hitler Kolberg erneut zur Festung. Vom 4. bis 18. März 1945 wurde gekämpft; danach nahmen die 1. Polnische Armee und die Rote Armee die Stadt ein, deren Altstadt fast vollständig zerstört war. Die deutsche Bevölkerung, die nicht über See evakuiert worden war, wurde in den folgenden Jahren ausgesiedelt.
Der Rad- und Fußweg verbindet die Hafenbefestigungen:
Die Forts liegen beiderseits der Persante-Mündung; rechne mit etwa einer Stunde.
Zu den Stationen in der Stadt gehören die Wolfsbergschanze (Fort Wilczy, 1807, später Fort Gneisenau, seit 1925 Freilichtbühne), wo 1807 am heftigsten gekämpft wurde; der Kamienny Szaniec am Oststrand (1832–1836), schon 1887 zum Ausflugslokal für Kurgäste umgebaut; Reste der Bastion Pommern im Dąbrowski-Park; das Tor Brama Radzikowska von 1708 und das Gebäude der Ritterakademie aus dem 17. Jahrhundert.
Die Außenanlagen sind ganzjährig frei zugänglich und kostenlos. Für beide Wege solltest du 3–4 Stunden einplanen. Eintritt kosten der Leuchtturm auf dem Fort Münde (Oktober 10–18 Uhr, November bis Januar 10–16 Uhr; 15 Złoty, Stand: Oktober 2026) und das Freilichtmuseum an der Salinen-Redoute (im Winter verkürzte Zeiten, vorher prüfen). Festes Schuhwerk lohnt sich, viele Reste sind Erdwälle im Grünen. Ergänzend empfiehlt sich das Museum des Polnischen Waffenwesens mit Ausstellungen zu 1807 und 1945.
Aus Berlin geht es über Stettin (Szczecin) nach Kolberg, rund 230 km Luftlinie. Vom Bahnhof sind es etwa 2 km zum Leuchtturm an der ul. Morska, dem Startpunkt des Wegs der drei Forts. Im Zentrum und Kurviertel wird Parkgebühr fällig; zu Fuß oder mit dem Rad (Ostseeküstenradweg R10) bist du am flexibelsten.
Seebrücke, Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer, Ostmole und Kurpark (Stefan-Żeromski-Park).
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Geprüft: Oktober 2026