Technikdenkmäler
Bei der Danziger Bucht in Gdynia-Babie Doły, direkt am Strand, ragt die Torpedownia als Ruine aus dem Wasser — eine ehemalige Montage- und Torpedoprüfhalle, die von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg am Grund des Gewässers gebaut wurde. Ein hölzerner Steg verband sie mit dem Land, über den eine Schmalspurbahn die Torpedobauteile brachte.
Das Bauwerk gehörte zum Torpedowaffenplatz Hexengrund, einem Forschungszentrum der Luftwaffe. Auf dem benachbarten Oksywie arbeitete sein Zwilling — die der Kriegsmarine unterstellte Torpedo Versuchsanstalt Oxhöft, heute vom Militärverband Formoza genutzt. Beide Zentren verband die Schmalspurbahn, die die Besatzungen scherzhaft Kaschubischer Express nannten; Schießbeobachtungen erfolgten von Ständen entlang der Halbinsel Hela. Im Mai 1945 evakuierten sich deutsche Soldaten über die Stege beider Anlagen nach Hela.
Die Nachkriegszeit war dem Bauwerk nicht günstig: In den achtziger Jahren stürzte die Frontwand ins Meer, den erhaltenen Holzsteg sprengte die Marine. Heute ist die Ruine ein Lebensraum für Wasservögel und Schwarzmund-Grundeln, und bei gutem Wetter lässt sie sich vom Strand in Babie Doły betrachten — dem am weitesten nördlich gelegenen Stadtteil Gdynias. Auch das Kino entdeckte den Ort: Hier drehte man Szenen von Vier Panzersoldaten und ein Hund, der Serie Kryminalni und dem Film Superwizja.
Den besten Blick bietet der Strand mit dem Bad in Babie Doły; die Ruine selbst kann nicht betreten werden. Die Anfahrt führt über die Zielona-Straße, die einzige Zufahrt zum Stadtteil. Der Besuch lässt sich gut mit einer Pause am Sandstrand verbinden.
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