Denkmäler
Zamość, Lublin
Die Synagoge in Zamość gehört zu den wertvollsten Renaissance-Synagogen Polens und erinnert an die jüdische Gemeinde, die die Idealstadt Jan Zamoyskis über Jahrhunderte mitprägte. Anfang des 17. Jahrhunderts auf Initiative sephardischer Juden errichtet, wurde sie von den deutschen Besatzern verwüstet und diente nach dem Krieg als Bibliothek. Seit 2011 beherbergt der sorgfältig restaurierte Bau das Zentrum „Synagoge“ mit einem multimedialen Museum zur Geschichte der Juden von Zamość und Umgebung.
Stadtgründer Jan Zamoyski gewährte Kaufleuten unterschiedlicher Herkunft Privilegien, darunter sephardischen Juden. Die gemauerte Synagoge entstand 1610–1620. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kamen Frauenemporen im Norden und Süden hinzu, im 18. Jahrhundert eine Vorhalle zum Gemeindehaus. Später prägten aschkenasische Juden die Gemeinde.
Im Zweiten Weltkrieg verwüsteten die Deutschen die Synagoge und nutzten sie als Lager und Tischlerei. Die Juden von Zamość wurden ermordet; das Ghetto wurde am 16. Oktober 1942 endgültig aufgelöst. Von 1958 bis 2005 war hier die Stadtbibliothek untergebracht. 2005 ging der Bau an die jüdische Gemeinschaft zurück, die Stiftung zum Schutz des jüdischen Erbes in Polen (FODŻ) restaurierte ihn mit Unterstützung des World Monuments Fund sowie aus EWR- und norwegischen Mitteln. Am 5. April 2011 eröffnete das Zentrum „Synagoge“. Schon 1967–1972 hatte man die südliche Frauenempore wiederaufgebaut und die Attika rekonstruiert; die Bima von 1787 ist dagegen nicht erhalten.
Für Besucher aus Deutschland ist der Ort besonders bedeutsam: Vor dem Krieg stellten Juden einen großen Teil der Einwohner von Zamość. Das Museum erzählt von ihrem Alltag, ihren Gelehrten und Kaufleuten – und davon, wie diese Welt unter deutscher Besatzung vernichtet wurde. Jedes Jahr im Oktober erinnert das Zentrum mit Gedenkveranstaltungen an die Auflösung des Ghettos.
Die Synagoge ist Ausgangspunkt der Chassidischen Route, eines Kulturwegs zu jüdischen Stätten im Südosten Polens. In der Saison bietet das Zentrum Führungen durch das frühere jüdische Viertel samt Mikwe an.
Rechne mit 45–60 Minuten. Angemessene Kleidung wird erwartet; Gruppen über 10 Personen müssen reservieren.
Stand: Oktober 2026
Die Synagoge liegt in der ul. Pereca 14 im Nordosten der Altstadt, etwa 150 m vom Großen Markt. Zamość erreichst du per Direktzug ab Lublin in rund 2 Stunden, ab Warschau in etwa 4,5 Stunden.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
Wtorek–niedziela: 1 III–31 X 10:00–18:00 (ostatnie wejście 17:30), 2 XI–koniec II 10:00–14:00; poniedziałki, święta państwowe i żydowskie nieczynne.
Wstęp za cegiełkę: 15, 50 lub 100 zł.
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Geprüft: Oktober 2026