Nationalparks
Der Slowinzische Nationalpark ist der einzige Ort Polens, an dem eine Wüstenlandschaft auf die Ostsee trifft: Die wandernden Dünen, die polnische Sahara genannt werden, ragen bis zu 30 Meter hoch und wandern jedes Jahr um 3–10 Meter weiter, wobei sie die dahinter liegenden Kiefernwälder begraben. Gegründet wurde der Park 1967 an der Slowinzischen Küste; sein Name geht auf die Slowinzen zurück, eine ethnische Gruppe der Kaschuben, die einst hier lebte. Seit 1977 gehört das Gebiet zum UNESCO-Biosphärenreservat, und Wasser — darunter ein Streifen der Ostsee — bedeckt mehr als die Hälfte der Fläche.
Geprägt wird die Landschaft von zwei flachen Strandseen, dem Łebsko (71 km²) und dem Gardno (25 km²), ehemaligen Meeresbuchten, die durch sandige Nehrungen von der Ostsee abgeschnitten wurden. Im Frühjahr 2016 gab eine Düne einen vor Jahrtausenden verschütteten Urwald frei — eines der wenigen solcher Ereignisse in Europa. Zusätzlich zu den Dünen lohnen sich der Leuchtturm Czołpino, der Aussichtspunkt auf dem Rowokół (115 m ü. d. M.) und die Vogelschutzgebiete an den Seen, in denen seltene Greifvögel brüten.
Die beliebteste Route führt von Łeba über den Weiler Rąbka zur Łącka-Düne — rund vier Stunden Fußweg hin und zurück, im Sommer durch eine Melex-Fahrt abgekürzt. Denken Sie daran: Auf dem Dünenkamm gibt es weder Schatten noch Wasser, bei Hitze brennt der Sand, und der Wind kann selbst im Juli kühl sein. Am schönsten sind Mai–Juni und September, wenn die Menschenmassen abnehmen und der Sand wunderbar mit dem Grün des Waldes und dem Blau des Sees kontrastiert.
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