Kirchen & Klöster
Der einzige Kalvarienberg der Welt auf der UNESCO-Welterbeliste befindet sich in Kalwaria Zebrzydowska: eine Basilika und ein Bernhardinerkloster sowie 42 Kapellen und Kirchen, verstreut über die bewaldeten Hänge des Berges Żar. Man nennt die Anlage das „Polnische Jerusalem” — das Wegenetz bildet die Topografie Jerusalems zur Zeit Christi nach.
Alles begann 1600, als der Krakauer Woiwode Mikołaj Zebrzydowski auf dem Żar die Kreuzigungskirche stiftete — nach einem Modell, das ein Jahr zuvor aus Jerusalem mitgebracht worden war. Die Stiftungsurkunde für die Bernhardiner datiert auf den 1. Dezember 1602; Kirche und Kloster entstanden 1604–1609 unter Giovanni Maria Bernardoni, die zwölf Kreuzwegkapellen (1609–1617) nach Entwürfen von Paweł Baudarth. Langhaus (1680–1702) und Fassade mit zwei Türmen (1702–1720) finanzierte Magdalena Czartoryska.
Durch das Gelände führen zwei Hauptrouten: die Dróżki Pana Jezusa (Wege des Herrn) mit 28 Stationen und die Dróżki Matki Boskiej (Wege der Maria) mit 24 Stationen — je etwa 3 Stunden Gehzeit. In der Basilika der Muttergottes von den Engeln wird das gnadenreiche Bild der Muttergottes von Kalwaria aufbewahrt; 1979 erhob Johannes Paul II. die Kirche zur Basilika minor, am 17. November 2000 wurde der Komplex zum Historischen Denkmal Polens erklärt.
Das stärkste Erlebnis ist die Karwoche: Passionsmysterien an den Hängen und die Karfreitagsprozession, die Zehntausende Pilger versammelt. Der zweite große Termin ist der Augustablass zu Mariä Himmelfahrt. Außerhalb dieser Zeit sind die Wege eine ruhige Spazierroute: planen Sie rund 3 Stunden je Weg und feste Schuhe ein, denn die Pfade können steil sein.
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