Kirchen & Klöster
Auf einem Hügel an der Straße Cmentarna in Siewierz steht die romanische Kirche St. Johannes der Täufer — eine der ältesten erhaltenen Kirchen Polens. Sie wurde wahrscheinlich 1144 oder 1164 auf Stiftung des Piotr Włostowic erbaut, dem siebzig Kirchen zugeschrieben werden. Heute dient das Bauwerk als Friedhofskapelle.
Der Tempel misst nur 6 auf 9 Meter. Er wurde aus behauenem Stein mit einer halbrunden Apsis und einem burgundischen Gewölbe errichtet. Nur 15 Zentimeter breite Fenster ähneln Schießscharten — bei einem Angriff suchte die Bevölkerung des Gordes dahinter Schutz. In der Apsis haben sich Fragmente einer zweischichtigen romanischen Bemalung aus dem 12. Jahrhundert mit einer Maiestas-Domini-Szene erhalten, an der Westwand blieben Reste einer Empore.
Hier tagte am 6. Juli 1233 eine Synode der polnischen Bischöfe. Nach der Verlegung des Gordes übernahm die Kirche St. Matthias die Pfarreifunktion, und der alte Tempel verfiel — die erste Reparatur kam erst 1639: Die Mauern wurden mit Stützpfeilern gesichert, das Dach mit Eisen zusammengezogen, anstelle des Gewölbes entstanden flache Decke und Vorhalle. In den 1950er Jahren rekonstruierte man das Gewölbe und setzte die abgetragene Wand aus nummerierten Originalquadern wieder zusammen.
Die Kirche liegt am Romanikpfad; das Gelände können Sie ganzjährig von außen besichtigen. Messen finden nur zweimal im Jahr statt — an Allerheiligen und beim Ablassfest im Juni — das Innere besichtigen Sie nach Absprache mit der Pfarrei St. Matthias. Siewierz liegt eine Viertelstunde von Będzin entfernt; unterwegs lohnen sich Bischofsburg und Marktplatz.
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