Andere
An einem Septemberwochenende liegt über Poręba der Duft geschmorter Kartoffeln — hier, im Norden der Krakau-Tschenstochauer Jura, entstand ein Gericht, das heute als regionaler Schatz gilt. Prażonki sind Kartoffeln, die stundenlang zusammen mit Wurst, Speck und Zwiebeln geschmort werden, traditionell am Lagerfeuer im gusseisernen Kessel.
Das Rezept stammt aus Poręba und Umgebung — den heutigen Gemeinden Zawiercie und Myszków — und breitete sich von dort über die ganze Jura aus. Es ist eine Küche der Geduld: Kartoffeln, Schmalz, Zwiebeln, Salz und Pfeffer sowie Wurst und Speck werden langsam geröstet, bis sie goldfarben sind und eine dichte, leicht krustige Konsistenz bekommen. Wegen der langen Zubereitung stehen Prażonki in Restaurants selten auf der Karte. Es ist ein Gericht für das gemeinsame Kochen im Freien, das zu Frühlings- und Herbstausflügen ins Grüne gehört.
2003 fand das erste Prażonki-Festival statt, 2006 kam das Gericht auf die Liste der Traditionellen Erzeugnisse des Landwirtschaftsministeriums. Seither veranstaltet Poręba jeden September das Welt-Prażonki-Festival: Das Gericht entsteht dann in einem riesigen gusseisernen Kessel über dem Feuer, aus dem bis zu 500 Personen essen können.
Poręba liegt zwischen Zawiercie und Myszków, nahe des Adlerhorst-Pfads — die Burg Ogrodzieniec in Podzamcze ist etwa 16 km entfernt, die Błędów-Wüste rund 22 km, so lässt sich der Festivalbesuch gut mit Besichtigungen verbinden. Den genauen Septembertermin finden Sie in lokalen Verlautbarungen, da er im Kalender wechselt. Außerhalb des Festivals tauchen Prażonki bei regionalen Festen und in den Herbergen der Jura auf — fragen Sie nach dem Saisongericht.
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