Landschaftsparks
Rogalin, Großpolen
Der Landschaftspark Rogalin (Rogaliński Park Krajobrazowy) schützt einen Abschnitt des Warthetals rund 20 km südlich von Posen (Poznań). Berühmt ist er für eine der größten Ansammlungen jahrhundertealter Stieleichen in Europa, die einzeln auf den Flusswiesen stehen, und für Dutzende Altarme, über denen im Frühjahr und Herbst Nebel liegt. Für Wanderungen, Radtouren oder eine Kanufahrt ist er ein idealer Ausflug von Posen aus, gut kombinierbar mit dem Schloss der Familie Raczyński in Rogalin.
Der Park wurde 1997 gegründet und umfasst 12.682,7 Hektar in den Gemeinden Mosina (Moschin), Kórnik (Kurnik), Brodnica und Śrem (Schrimm). Geschützt werden die Auenlandschaft der Warthe und mehr als 1.400 alte Eichen; bei einer Bestandsaufnahme 2007–2008 wurden über 960 Eichen mit mehr als 3 m Stammumfang gezählt. Am bekanntesten sind Lech, Czech und Rus im Schlosspark, benannt nach den legendären Stammvätern der Polen, Tschechen und Russen. Rus misst etwa 926 cm Umfang, Czech ist inzwischen abgestorben. Die alten Bäume sind ein Refugium des seltenen Heldbocks.
Im Park gibt es 35 dauerhafte Altarme und 206 nachgewiesene Vogelarten, darunter Kraniche, Schwarzstörche, Schreiadler, Milane und Seeadler. In den 1980er-Jahren wurden Biber wieder angesiedelt. Das Gebiet gehört zum Netz Natura 2000.
Siedlungsspuren an einer Warthefurt reichen bis ins 9. Jahrhundert v. Chr. zurück. Nach Kriegen und Seuchen des 16. und 17. Jahrhunderts holten Grundbesitzer Hauländer (Olędrzy) aus Deutschland und den Niederlanden ins Tal; ihre evangelischen Friedhöfe, etwa in Żabno, Czmoniec und Radzewice, sind heute verwildert. Im 19. Jahrhundert, als die Region zur preußischen Provinz Posen gehörte, wurde die Warthe zwischen Śrem und Posen begradigt. Schon 1904 forderte der Botaniker Fritz Pfuhl den Schutz der Rogaliner Eichen, unter Schutz gestellt wurden sie 1948.
Der Landschaftspark selbst ist offenes Gelände, der Zugang ist frei und ganzjährig möglich. Eintritt kostet dagegen der Schlossgarten mit Park in Rogalin: regulär 5 Złoty, ermäßigt 2 Złoty, Schüler und Studierende (7–26 Jahre) 1 Złoty, mit einem Ticket für eine Ausstellung im Schloss frei. Seit März 2024 geht es nur über den Schlosshof hinein. Nach Tauwetter und Regen sind die Wege im Tal oft matschig oder überflutet, nimm also feste, wasserdichte Schuhe mit.
Von Berlin bist du über die A2 in gut drei Stunden in Posen, von dort sind es etwa 30 Minuten mit dem Auto nach Rogalin. Ohne Auto fährst du mit dem Regionalzug nach Mosina oder Pecna, wo markierte Wege beginnen. Parkplätze gibt es am Schloss in Rogalin und am Waldparkplatz in Czmoniec.
Ja, vor allem frühmorgens im Frühjahr oder Herbst, wenn knorrige Eichen aus dem Nebel ragen. Verbinde den Ausflug mit dem Schloss Rogalin samt Mausoleum nach dem Vorbild des römischen Tempels in Nîmes und mit Schloss Kórnik.
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Geprüft: Oktober 2026