Denkmäler
Das Rathaus in Szczytno hebt sich unter den polnischen Rathäusern durch Konstruktion und Datum ab: Es ist ein Stahlbetonbau aus den Jahren 1936–1937 nach einem Entwurf des Königsberger Architekten Kurt Frick, teilweise auf den Ruinen der ehemaligen Burg errichtet. Der modernistische Bau mit einem Turm, der an Wehrarchitektur erinnert, verbindet die Geschichte des Ortes mit der Vorkriegsmoderne in einem einzigen Objekt.
Das Gebäude steht auf viereckigem Grundriss mit einem inneren Hof. An der Südostecke erhebt sich der 46 Meter hohe Turm — sein wehrhafter Charakter war eine Auflage der Stadtbehörden, die die Kontinuität zwischen der Geschichte des Ortes und der Moderne betonen wollten. Diese Lösung gibt dem Rathaus eine besondere Herkunft: Beton und Eisen wachsen aus den Mauern der ehemaligen Residenz.
Seit 1991 steht das Rathaus im Denkmalsregister. In den Kellerräumen und im Erdgeschoss des östlichen und südlichen Flügels wirkt das Masuren-Museum, der Rest des Gebäudes beherbergt die Stadtverwaltung. Am Hofeingang steht eine Büste von Henryk Sienkiewicz von Jacek Puget — der Schriftsteller besuchte Szczytno 1908 und wohnte damals im Haus des Redakteurs Kazimierz Jaroszyk.
Am besten nähert man sich dem Gebäude von der Hofseite: Nur von dort sieht man die geschlossene Komposition des Vierecks und die volle Höhe des Turms.
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