Burgen
Am See Domowe Duże in Szczytno haben sich die Ruinen einer Deutschordensburg erhalten, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Daneben erhebt sich das monumentale Rathaus von 1936–1937 nach dem Vorbild mittelalterlicher Wehrbauten — das Stadtzentrum wirkt bis heute, als wäre es aus einem historischen Roman entsprungen.
Ursprünglich stand hier ein hölzerner Ordenswachturm, den um die Mitte des 14. Jahrhunderts Kiejstut niederbrannte und an dessen Stelle er eine steinerne Wehranlage errichtete. Die erste schriftliche Erwähnung der Burg, damals Ortelsburg genannt, stammt aus dem Jahr 1360. Die Burg war Sitz eines Ordensprokurators; nach der Säkularisation des Ordensstaates 1525 verlor sie ihre Wehrfunktion, und in den Jahren 1579–1581 baute man sie zur Jagdresidenz des preußischen Herzogs Georg Friedrich um. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts stand sie leer und verfiel allmählich.
In den Jahren 1925–1948 beherbergten die erhaltenen Flügel ein Heimatmuseum, und 1936–1937 entstand auf der ehemaligen Vorburg das Rathaus, in dem heute das Masuren-Museum als Zweigstelle des Museums von Ermland und Masuren in Olsztyn untergebracht ist. Mit der Burg verbindet sich eine Szene aus Die Kreuzritter: Hier ließ Henryk Sienkiewicz Danusia einsperren, und Jurand von Spychow musste sich vor dem Tor demütigen. Zur Erinnerung daran trägt der Platz am Rathaus den Namen Jurands.
Die Ruinen liegen an den Straßen Sienkiewicza und Spacerowa, direkt an den Mauern erstreckt sich ein städtischer Strand — im Sommer lässt sich der Besuch gut mit einer Pause am Wasser verbinden.
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