Kirchen & Klöster
Skała, Kleinpolen
Die Einsiedelei der seligen Salomea in Grodzisko ist ein kleines barockes Heiligtum auf einem Kalkfelsen über dem Prądnik-Tal, mitten im Nationalpark Ojców, rund 25 km nördlich von Krakau (Kraków). Auf dem Hügel drängen sich eine Kirche, eine Mauer mit Statuen, höhlenartige Kapellen, ein steinerner Elefant mit Obelisk und eine mittelalterliche Eremitenklause. Wenn du durch das Prądnik-Tal wanderst, lohnt sich der Abstecher unbedingt: Der Ort ist stimmungsvoll und selten überlaufen.
Die ersten Nachrichten stammen aus dem frühen 13. Jahrhundert. Nach dem Chronisten Jan Długosz ließ der schlesische Herzog Heinrich der Bärtige (Henryk Brodaty) hier eine Burg errichten, als er um die Vormundschaft über den jungen Bolesław den Schamhaften stritt. Nachdem Bolesław 1243 Krakau übernommen hatte, schenkte er Grodzisko einige Jahre später seiner Schwester Salomea. Die Witwe des Königs Koloman von Halitsch trat 1245 den Klarissen bei und zog 1262 mit den Schwestern aus Zawichost auf diesen Hügel. Sie starb 1268. 1320 verlegte Władysław Ellenlang den Konvent nach Krakau, Grodzisko blieb aber bis ins 19. Jahrhundert Klosterbesitz.
Die heutige Anlage entstand 1677–1691 auf Betreiben von Pfarrer Sebastian Piskorski, Beichtvater der Klarissen und Rektor der Krakauer Akademie, im Zusammenhang mit der Seligsprechung Salomeas. Die Gestaltung orientiert sich an römischen Vorbildern und an Bernini. Die Turmspitze brannte 1939 ab und wurde in den 1960er-Jahren erneuert.
Plane 30–60 Minuten ein. Das Gelände kannst du frei erkunden; die Kirche ist vor allem zu Gottesdiensten offen. Laut Pfarrei Ojców-Grodzisko ist die Messe in Grodzisko sonn- und feiertags um 12:00 Uhr (Stand: Oktober 2026). Feste Öffnungszeiten oder einen Eintrittspreis haben wir nicht gefunden. Die Stufen zur Einsiedelei sind uneben und bei Nässe rutschig, also nichts für Kinderwagen oder Rollstühle.
Mit dem Auto fährst du von Krakau rund 40 Minuten nach Norden Richtung Skała; am Ortsrand zweigt eine kurze Zufahrt zur Anlage ab. Wanderer erreichen Grodzisko über den rot markierten Adlerhorst-Weg (Szlak Orlich Gniazd), der durch das Prądnik-Tal zwischen Ojców und der Burg Pieskowa Skała verläuft. Aus Deutschland ist Grodzisko am besten als Ausflug während eines Krakau-Aufenthalts zu planen. Der Hügel liegt im Nationalpark, bleib also auf den Wegen.
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Geprüft: Oktober 2026