Kirchen & Klöster
Mstów, Schlesien
Für viele Pilger, die zu Fuß zum Kloster Jasna Góra in Częstochowa ziehen, ist dies die letzte Rast und der erste Ort, von dem aus sie ihr Ziel sehen – den Turm des Klosters. Auf der Przeprośna Górka (296 m ü. M.) in Siedlec bei Mstów halten Wallfahrer seit Generationen an, um sich vor dem Einzug in Częstochowa gegenseitig um Verzeihung zu bitten; der Name bedeutet etwa „Hügel der Abbitte“. Auf dem Gipfel steht eine achteckige Kirche mit dem ersten Heiligtum des heiligen Pater Pio in Polen.
Der auch Gąszczyk genannte Hügel liegt direkt hinter der Stadtgrenze von Częstochowa auf der Mirów-Olsztyn-Hochfläche, nahe dem Durchbruchstal der Warthe bei Mstów. Den steilen Nordhang bedeckt Eichen-Hainbuchenwald. Der Schriftsteller Władysław Reymont beschrieb den Brauch in seiner Reportage „Wallfahrt nach Jasna Góra“ über eine Wanderung im Jahr 1894: Auf dem Hügel hielten die Pilger letzte Ansprachen und baten einander leise um Vergebung.
An diese Tradition erinnert die Kapelle der Muttergottes der Versöhnung neben dem Heiligtum. Darin hängt eine Kopie der Schwarzen Madonna von Częstochowa von Pater Augustyn Jędrzejczyk – nach Angaben der Wallfahrtsseelsorger älter als seine berühmte Kopie, die Papst Pius XI. für die Kapelle in Castel Gandolfo erhielt. 2025 wurde die Kapelle auf Initiative eines Paulinermönchs von Jasna Góra erneuert.
Die Kirche errichtete das Werk „… im Dienst der göttlichen Barmherzigkeit“, eine Gemeinschaft, die Pater Pios geistlicher Sohn, Pater Domenico Labellarte, gegründet hat. Den Grundstein vom Berg der Seligpreisungen im Heiligen Land weihte 1994 Erzbischof Stanisław Nowak, der an Heiligabend 2001 anregte, hier ein Pater-Pio-Heiligtum einzurichten. Die Kirche wurde 2011 geweiht.
Der Bau steht auf achteckigem Grundriss und hat zwei Ebenen. Die Oberkirche trägt den Namen Kirche der Acht Seligpreisungen und ist den Erzengeln Michael, Gabriel und Raphael geweiht. In der Unterkapelle befinden sich eine Statue und Reliquien des heiligen Pater Pio.
Messen finden sonntags um 10:00 und 16:00 Uhr statt, freitags nach dem Kreuzweg um 17:00 Uhr und an den übrigen Tagen um 17:00 Uhr (Stand Oktober 2026, laut Website des Heiligtums). Von Częstochowa fährt der Stadtbus Nr. 26 Richtung TKKF Pegaz/Siedlec. Über den Hügel führt der rot markierte Wieluń-Jura-Weg, außerdem liegt das Heiligtum am Marienweg von Mariazell nach Częstochowa. Für einen Rundgang mit Kapelle und Kreuzweg genügt etwa eine Stunde.
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