Landschaftsparks
Muszyna, Kleinpolen
Der Landschaftsschutzpark Poprad (Popradzki Park Krajobrazowy) zählt zu den größten Landschaftsschutzparks Polens und umfasst fast den ganzen Sandezer Beskid (Beskid Sądecki) an der Grenze zur Slowakei: die bewaldeten Kämme von Radziejowa und Jaworzyna Krynicka, das Durchbruchstal des Poprad und den polnischen Teil des Čergov-Gebirges. Dich erwarten stille Bergrücken, Almwiesen, ehemalige Lemkendörfer und traditionsreiche Kurorte wie Krynica-Zdrój und Muszyna – eine ruhige Alternative zur Tatra.
Tor zum Park ist Neu Sandez (Nowy Sącz), von dort führen Straßen entlang des Poprad nach Rytro, Piwniczna-Zdrój und Muszyna. Nach Krynica-Zdrój am Ostrand fährst du von Krakau (Kraków) rund 2,5 Stunden. Aus Deutschland fährst du über die A4 (Görlitz – Breslau – Kattowitz – Krakau). Eine landschaftlich schöne Bahnstrecke führt von Neu Sandez durch das Poprad-Tal über Rytro, Piwniczna-Zdrój und Muszyna – praktisch für Streckenwanderungen. Gute Ausgangsorte sind Krynica-Zdrój, Muszyna und Piwniczna-Zdrój mit Pensionen und Sanatorien; am Hauptbeskidenweg liegen zudem Berghütten wie die auf der Przehyba.
Der Park wurde am 11. September 1987 gegründet und gehört zu den ältesten Landschaftsparks der polnischen Karpaten. Er umfasst rund 53 400 Hektar (manche Publikationen nennen etwa 54 400 ha), dazu eine Pufferzone von etwa 25 000 ha. Er reicht von Krynica und Tylicz im Osten bis Krościenko am Dunajec im Westen und von Alt Sandez (Stary Sącz) bis zur Staatsgrenze. Höchster Gipfel ist die Radziejowa (1266 m). Verwaltet wird er von den Landschaftsparks der Woiwodschaft Kleinpolen. Der Zutritt ist kostenlos, die Wege sind ganzjährig offen (Stand: Oktober 2026).
Rund 80 % der Fläche sind bewaldet, etwa 1000 Blütenpflanzenarten – rund die Hälfte der polnischen Flora – wachsen hier, darunter die Mehlprimel an ihrem einzigen Standort in Polen. In den Wäldern leben Wolf, Luchs und Rothirsch, gelegentlich zeigen sich Wildkatze und Braunbär. Rund 160 Vogelarten sind nachgewiesen, darunter Steinadler und Schwarzstorch; an den Bächen leben Biber und Fischotter. Die Berge bestehen aus Karpatenflysch, also wechselnden Schichten aus Sandstein und Schiefer. Der Park umfasst 13 Naturreservate, rund 130 Naturdenkmäler und die größte Mofette Polens (ein natürlicher Kohlendioxid-Austritt) bei Jastrzębik.
Unter dem Park lagern etwa 20 % der polnischen Mineralwasservorräte. Deshalb entstanden hier Kurorte wie Krynica-Zdrój, Muszyna, Żegiestów und Piwniczna-Zdrój. Krynica lag wie die ganze Region bis 1918 im österreichischen Galizien und entwickelte sich unter österreichischer Verwaltung zum Kurort. Eine Wanderung lässt sich so wunderbar mit einem Becher Heilwasser in einer historischen Trinkhalle verbinden.
In den Naturreservaten gilt: Bitte auf den markierten Wegen bleiben.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026