Denkmäler & Hügel
Warschau, Masowien

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Audio-Spaziergang durch Warschau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 2,9 km
Das Denkmal der Helden des Ghettos in Warschau (Pomnik Bohaterów Getta), in Deutschland oft Warschauer Ghetto-Ehrenmal genannt, ist eines der wichtigsten Holocaust-Mahnmale Europas: ein über zehn Meter hoher Steinblock mit Reliefs von Nathan Rapoport, der an den Aufstand im Warschauer Ghetto im April 1943 und an alle Bewohner des Ghettos erinnert. Hier, im Stadtteil Muranów, gegenüber dem Museum POLIN, kniete am 7. Dezember 1970 Bundeskanzler Willy Brandt – ein Bild, das in Deutschland fast jeder kennt.
Das Denkmal steht am Platz der Helden des Warschauer Ghettos in Muranów, etwa 1,5 km westlich der Altstadt. Das heutige Muranów wurde nach dem Krieg auf den Trümmern des Ghettos errichtet – das ganze Viertel ist Teil dieser Geschichte.
Die deutschen Besatzer riegelten das Warschauer Ghetto 1940 ab; es wurde das größte im besetzten Europa. Im Sommer 1942 wurden die meisten Bewohner vom Umschlagplatz in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Als SS und Polizei am 19. April 1943 das restliche Ghetto liquidieren wollten, erhoben sich schlecht bewaffnete Kämpfer der Jüdischen Kampforganisation (ŻOB) und des Jüdischen Militärverbands (ŻZW). Sie hielten wochenlang stand, bis das Viertel niedergebrannt und dem Erdboden gleichgemacht wurde.
An dieser Stelle standen vor dem Krieg Kasernen aus dem späten 18. Jahrhundert, später ein Militärgefängnis. Ab August 1942 hatte hier der von den Deutschen eingesetzte Judenrat seinen Sitz; in der Nähe begannen die ersten Kämpfe des Aufstands.
Ein erstes, schlichtes Mahnmal nach Entwurf von Leon Suzin wurde am 16. April 1946 enthüllt – eine runde Platte mit Inschrift auf Polnisch, Hebräisch und Jiddisch. Das heutige Denkmal folgte am 19. April 1948, dem fünften Jahrestag des Aufstands: Die Skulpturen schuf Nathan Rapoport, die Architektur Suzin. Verwendet wurde grauer skandinavischer Stein, den laut Überlieferung Albert Speer für Siegesdenkmäler des NS-Regimes bestellt hatte; die Quellen bezeichnen ihn unterschiedlich als Basalt, Labradorit oder Granit.
Am 7. Dezember 1970 sank Willy Brandt hier auf die Knie – der „Kniefall von Warschau“ wurde zum Symbol der deutschen Bitte um Vergebung und der deutsch-polnischen Versöhnung. 1983 besuchte Papst Johannes Paul II. das Denkmal, 2009 fanden hier die Trauerfeierlichkeiten für Marek Edelman statt, den letzten überlebenden Kommandanten des Aufstands. 2011–2012 wurde das Denkmal restauriert, 2019 erhielt der Platz seinen heutigen Namen. Eine Kopie des Reliefs steht in Yad Vashem in Jerusalem.
Von hier führt der Gedenkweg des Martyriums und Kampfes der Juden – eine Reihe von Granitblöcken, die an Menschen und Ereignisse erinnern – entlang der Zamenhofa-Straße zum Umschlagplatz-Denkmal in der Stawki-Straße (1988 enthüllt).
Für das Denkmal selbst genügen 15–20 Minuten, doch es lohnt sich als Ausgangspunkt eines längeren Besuchs: zusammen mit dem Museum POLIN auf der Westseite des Platzes und dem Gedenkweg zum Umschlagplatz (etwa 1 km). Mit Museumsbesuch solltest du einen halben Tag einplanen.
Jedes Jahr am 19. April finden hier offizielle Gedenkfeiern statt; viele Warschauer tragen dann Papier-Narzissen als Zeichen der Erinnerung. Der Platz ist eben und barrierefrei. Bitte verhalte dich ruhig und klettere nicht auf das Denkmal.
Von der Altstadt gehst du etwa 20 Minuten. In der Nähe fahren Straßenbahnen über die Andersa-Straße und Busse in die Gegend um Anielewicza und Zamenhofa; die Metrostation Ratusz Arsenał (M1) liegt rund 15 Minuten zu Fuß entfernt. Aus Berlin reist du bequem mit dem Eurocity bis Warszawa Centralna an. Parken ist gebührenpflichtig.
Ja – gerade für Besucher aus Deutschland ist dieser Ort von besonderer Bedeutung. Er ergänzt den Besuch im Museum POLIN und macht die Dimension der deutschen Verbrechen in Warschau greifbar.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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