Festungen
Ein halber Kilometer Betonkorridore und Hallen, gegraben 50 Meter unter dem Ehrenhof des drittgrößten Schlosses Polens. Die unterirdischen Anlagen von Fürstenstein sind ein unvollendetes Projekt aus dem Zweiten Weltkrieg, das erst 2019 für Besucher geöffnet wurde — bis heute weiß niemand genau, wie groß sie wirklich sind.
1944 übernahm die paramilitärische Organisation Todt das Anwesen; die Bewohner, darunter Fürstin Daisy, wurden vertrieben. Unter der Erde entstand ein Luftschutzbunker für Hitler, Teil des berühmten Projekts Riese („Riese“), das auch Komplexe in der Umgebung von Waldenburg umfasste. Die Arbeiten leisteten Häftlinge des Konzentrationslagers Groß-Rosen; im Mai 1944 wurde hier der Außenlager AL Fürstenstein eingerichtet. Vollendet wurde das Projekt nie — vor dem Einmarsch der Roten Armee wurden die Stollen getarnt oder gesprengt.
Bisher wurden rund 3.200 Quadratmeter erkundet, laut Aufzeichnungen von Albert Speer könnte es doppelt so viel sein. Die Bunker wurden mit besonders widerstandsfähigem Portlandzement betoniert, und die in den Fels getriebenen Korridore warten noch auf ihre Erforschung. Der Rundgang führt durch Betonhallen und Felsstollen, in denen die Arbeitsspuren einfach im Dunkeln enden.
Der Weg ist 0,5 km lang; unterirdisch herrschen 6–12 °C, daher sind warme Kleidung und festes Schuhwerk erforderlich. Führungszeiten: Mo–Do um 13 und 15 Uhr, Fr–So um 11, 13 und 15 Uhr. Der Eintritt kostet 29 PLN (ermäßigt 24 PLN); ein Kombiticket mit Schloss und Palmenhaus ist erhältlich. Kinder unter 4 Jahren und Tiere werden nicht zugelassen.
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