Märkte & Altstädte
Waldenburg, Niederschlesien
Auf dem Giebel eines Eckhauses am Marktplatz von Wałbrzych (Waldenburg) sitzt ein Anker – in einer Bergstadt, Hunderte Kilometer vom Meer entfernt. Er steht für die alten Handelsbeziehungen der Stadt nach Übersee. Den ältesten Platz der Stadt säumen Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, und in einem davon, einer ehemaligen Weinstube, soll Johann Wolfgang von Goethe zu Gast gewesen sein.
Auf dem rechteckigen Platz in der Innenstadt fanden jahrhundertelang die Wochenmärkte statt. Von 1731 bis 1853 stand in seiner Mitte ein barockes Rathaus; nach dessen Abriss zog die Stadtverwaltung in einen neugotischen Neubau am nahen Plac Magistracki, errichtet 1856–1857 nach Plänen des königlichen Baumeisters Hermann Friedrich Wäsemann aus Breslau. Der Platz wurde mehrfach umgestaltet: 1905 gab es in der Mitte eine Grünanlage mit einem Denkmal Kaiser Friedrichs III. und Brunnen, außerdem fuhr hier einst die Straßenbahn.
Der letzte große Umbau 1996 brachte neues Pflaster, Bäume, Bänke, Stilleuchten und einen Brunnen in der Mitte, der Autoverkehr wurde beschränkt. Heute gibt es hier Freiluftterrassen, Cafés, Geschäfte und die Stadtbibliothek, und auf dem Platz finden Veranstaltungen statt.
Der Platz ist rund um die Uhr zugänglich, für einen gemütlichen Rundgang entlang der Fassaden genügen 30–45 Minuten. Den Anker sehen Sie am besten vom Brunnen aus, die Atlanten finden Sie in Höhe des zweiten Obergeschosses am Bibliotheksgebäude. Vom Marktplatz führt die Passage Pasaż Okrężny zum Plac Magistracki mit dem Rathaus; von hier lohnt die Weiterfahrt zum Schloss Fürstenstein (Książ).
Eintritt frei
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