Gärten
Pokój, Oppeln
Der Schlosspark in Pokój – dem früheren Carlsruhe in Oberschlesien – ist einer der bemerkenswertesten historischen Landschaftsgärten Schlesiens und die bekannteste Sehenswürdigkeit im Landschaftsschutzpark Stobrawa. Er ist das Erbe der Sommerresidenz der Herzöge von Württemberg-Oels: Das Schloss gibt es nicht mehr, doch barocker französischer Garten, romantischer englischer Park, ein Tempel auf einer Insel, der Schlafende Löwe und geheimnisvolle Ruinen im Wald sind erhalten. Nach mehrjähriger Restaurierung lohnt sich ein ausgedehnter Spaziergang wieder.
Pokój liegt im Kreis Namslau (Namysłów) an der Straße von Oppeln (Opole) nach Namslau. Von Oppeln fährst du etwa eine halbe Stunde, von Breslau (Wrocław) rund anderthalb Stunden; aus Deutschland erreichst du die Region über die A4 via Görlitz und Breslau. Ein kleiner Waldparkplatz liegt an der Straße nach Oppeln, neben der Statue Friedrichs des Großen.
1748 wählte Herzog Karl Friedrich von Württemberg-Oels die Wälder hier für eine Sommerresidenz; zuvor stand an der Stelle ein kleines Jagdschloss. Sein Sohn Karl Christian Erdmann baute die Anlage weiter aus. Der Ort wurde sternförmig nach dem Vorbild von Karlsruhe angelegt – daher der Name Carlsruhe –, und die strahlenförmig vom ehemaligen Schloss ausgehenden Straßen prägen das Dorf bis heute.
Das erste hölzerne Schloss brannte 1751 ab; 1752 entstand ein gemauerter Bau auf quadratischem Grundriss, 1779 kam ein achteckiger Turm hinzu. In den Jahren 1806–1807 wirkte Carl Maria von Weber am herzoglichen Hof – nach ihm ist heute ein Musikfestival in historischen Parks und Gärten benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss gesprengt, der Park verwilderte über Jahrzehnte. Laut Gemeinde entstand der Wassersalon 1776–1777, der englische Park 1780–1790.
Im Mai und Juni blühen die Rhododendren, im zeitigen Frühjahr bedecken Buschwindröschen den Waldboden.
Die Gemeinde übernahm den Park vom Staat und restaurierte ihn rund fünf Jahre lang: Französischer und englischer Garten wurden rekonstruiert, Wege und Denkmäler erneuert, Wassersalon und Teehaus gesichert, ein Amphitheater und Bildungspavillons gebaut. Laut PAP wurde der Park ab Herbst 2023 schrittweise für Besucher geöffnet. Der historische Kern umfasst etwa 40 Hektar (mit Wald fast 200 Hektar) – plane zwei bis drei Stunden ein.
Für Liebhaber historischer Gärten und stiller Wälder auf jeden Fall – gerade auch wegen der deutsch-schlesischen Geschichte des Ortes. Im Dorf lohnt die barock-rokoko evangelische Sophienkirche (1765–1775) und der Friedhof mit der Gruft der Württemberger. Ringsum laden die Wälder und Teiche des Landschaftsparks Stobrawa zu Radtouren ein.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026