Landschaftsparks
Sokołowsko, Niederschlesien
Der Landschaftspark Waldenburger Bergland (polnisch Park Krajobrazowy Sudetów Wałbrzyskich) liegt südlich von Wałbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien. Er umfasst den höchsten Teil der Steinberge (Góry Kamienne), die westlichen Góry Suche (Trockenberge) mit der Waligóra und die östlichen Waldenburger Berge. Wenn du Sehenswürdigkeiten in den Sudeten ohne Massentourismus suchst, findest du hier ruhige Wälder, Felsformationen, Blicke nach Tschechien und das historische Kurdorf Sokołowsko (Görbersdorf).
Der Park wurde 1998 gegründet und umfasst 64,93 km², dazu kommt eine Pufferzone von 28,94 km². Er liegt in den Gemeinden Czarny Bór (Schwarzwaldau), Mieroszów, Głuszyca (Wüstegiersdorf), Wałbrzych, Boguszów-Gorce (Gottesberg) und Jedlina-Zdrój (Bad Charlottenbrunn). Der höchste Punkt ist die Waligóra (936 m), der tiefste liegt bei etwa 400 m. Im Süden grenzt der Park an das tschechische Landschaftsschutzgebiet Broumovsko.
Der Park hat keine Naturschutzgebiete, schützt aber rund ein Dutzend Naturdenkmäler, vor allem Felsformationen: Czerwone Skałki, Małpia Skała, Stożek Wielki, Szczeliny Wiatrowe und Zamkowa Góra.
Sokołowsko hieß bis 1945 Görbersdorf. Dort eröffnete Dr. Hermann Brehmer 1855 die erste Heilanstalt speziell für Lungentuberkulose, mit Klima- und Diätbehandlung, und der Ort wurde zum „Schlesischen Davos“. Sein Ruf half, das 1868 gegründete Davoser Zentrum zu inspirieren. Nach 1945, als die deutsche Bevölkerung vertrieben wurde, erhielt der Ort den Namen Sokołowsko, nach Alfred Sokołowski, einem Mitarbeiter Brehmers. Das Sanatorium brannte 2005 ab; seit 2007 baut die Stiftung In Situ es als internationales Kulturlabor wieder auf. Im Ort siehst du außerdem die orthodoxe Kirche des Erzengels Michael aus dem frühen 20. Jahrhundert, den neugotischen Aussichtspavillon Friedenstein auf dem Włostowa-Hügel und alte Holzhäuser an der Hauptstraße. Im Sommer finden Festivals statt, darunter Konteksty, im September das Filmfestival Hommage à Kieślowski.
Für die Waligóra ab Andrzejówka brauchst du einen halben Tag, für die Sehenswürdigkeiten in Sokołowsko eine weitere Stunde. Die Wege sind meist ruhiger als im Riesengebirge, im Herbst und Winter musst du mit Schlamm und früher Dämmerung rechnen. Lade eine Offline-Karte, denn der Empfang in den Tälern ist teils schwach. Die Beschilderung ist polnisch.
Der Park ist ganzjährig frei zugänglich, ohne Schranken und ohne Eintritt. Auskunft gibt der Niederschlesische Landschaftsparkverbund (DZPK), Büro in Breslau (Wrocław), ul. Puszczykowska 10, Tel. +48 71 364 27 58, wroclaw@dzpk.pl. Öffnungszeiten und Preise (Währung: Złoty, PLN) der Hütte Andrzejówka und der Angebote in Sokołowsko erfragst du bei den Betreibern. Lohnt sich der Besuch? Ja, besonders wenn du ruhige Wege und eine ungewöhnliche Geschichte magst.
Aus Deutschland kommst du über Görlitz und Breslau (Wrocław) nach Wałbrzych, das etwa 70 km von Breslau entfernt liegt, und weiter über Głuszyca oder Mieroszów in den Park; plane von Berlin oder Dresden einen langen Tag ein. Parken kannst du an der Andrzejówka und in Sokołowsko, am Wochenende wird es voll. Bus- und Bahnverbindungen prüfst du vorab in den Fahrplänen.
In der Nähe liegen die Waligóra in den Steinbergen, das Alte Bergwerk in Waldenburg, Schloss Fürstenstein (Książ) und der Landschaftspark Książ.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026