Gärten
Kattowitz, Schlesien
1928 zogen zwei Löwinnen in diesen Park in Katowice ein – ein Geschenk des Besitzers eines Dresdner Zirkus. Die Löwinnen gibt es längst nicht mehr, doch der Tadeusz-Kościuszko-Park ist nach wie vor die wertvollste Grünanlage von Katowice: mit einer Holzkirche aus dem 16. Jahrhundert auf dem Hügel, einem Fallschirmturm, der mit der Verteidigung der Stadt im September 1939 verbunden ist, und Wegen, die noch im 19. Jahrhundert angelegt wurden.
Die Anfänge reichen ins Jahr 1888 zurück, als 6 ha stadtnaher Wald hergerichtet wurden. 1894–1895 entstand der Südpark, teilweise auf dem Gelände der stillgelegten Grube „Beate“ – der Teich an der Kościuszki-Straße ist ein ehemaliges Grubenbecken. 1903 pachtete die Stadt 56 ha von der Familie Tiele-Winckler für 100 Jahre, und auf dem Beata-Hügel entstand ein 20 Meter hoher Bismarckturm. Ab 1912 fuhr eine Straßenbahn vom Marktplatz zum Park. Seine endgültige Gestalt verdankt er dem Gärtner Paul Sallmann, ab 1913 Direktor der Städtischen Gärten.
Am 16. Juli 1922 wurde hier der Akt zur Übernahme eines Teils Oberschlesiens durch Polen unterzeichnet. 1925 erhielt der Park den Namen Tadeusz Kościuszkos, des polnischen Nationalhelden aus dem 18. Jahrhundert. Der Bismarckturm wurde in den 1930er-Jahren abgerissen, seine Steine verbaute man in den Fundamenten der neuen Kathedrale. 1993 wurde der Park unter Denkmalschutz gestellt.
Am 4. September 1939 versuchte eine Gruppe Pfadfinder vom Fallschirmturm aus, das Zentrum von Katowice gegen die von Süden vorrückende deutsche 239. Infanteriedivision zu verteidigen. Ein Obelisk am Turm erinnert an die gefallenen Pfadfinder, jedes Jahr finden hier Gedenkfeiern und historische Inszenierungen statt. Im Gerüst des Turms sind noch Reste des früheren elektrischen Zwei-Personen-Aufzugs zu sehen. Seit 2025 steht im Park außerdem die Figur eines Bebok – eines Wesens aus der schlesischen Sagenwelt –, genannt Schlesischer Geodät, genau dort, wo der 19. östliche Längengrad verläuft.
Entlang der Kościuszki-Straße fahren Straßenbahnen mit vier Haltestellen am Park – die bequemste Anreise aus dem Zentrum. Für einen Rundgang mit Aufstieg zur Kirche auf dem Beata-Hügel und Besuch am Fallschirmturm sollten Sie 1,5–2 Stunden einplanen. Am schönsten ist der Turm nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die neue Beleuchtung eingeschaltet ist. Der rund 51 ha große Park wird vom städtischen Grünflächenamt Katowice (Zakład Zieleni Miejskiej) verwaltet.
Eintritt frei
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