Paläste
Włodowice, Schlesien
Im Juli 1683 machte König Johann III. Sobieski hier auf dem Weg zur Entsatzschlacht von Wien Halt. Vom Schloss in Włodowice an der Krakowska-Straße sind heute nur ausgebrannte Mauern mit einem barocken Giebel geblieben – die Ruine einer Residenz, die 1669–1681 für den Krakauer Kastellan Stanisław Warszycki im Krakau-Tschenstochauer Jura entstand. Besichtigt werden kann sie nur von außen, doch ihre Geschichte würde für mehrere Herrenhäuser reichen.
An der Stelle eines Lärchenholz-Herrenhauses der Familie Firlej, das während der schwedischen Invasion der 1650er-Jahre („Sintflut“) niederbrannte, ließ Warszycki ein gemauertes Palais im Stil des polnischen Barock errichten: zweigeschossig, unterkellert, mit Mansarddach. Vorne lag ein Hof, dahinter ein Garten am Hang – eine Anlage nach dem französischen Muster entre cour et jardin. Laut dem Tagebuch des Prinzen Jakub Sobieski weilte König Johann III. am 26. Juli 1683 hier, am 12. März 1734 übernachtete August III. auf dem Weg nach Częstochowa.
Im 18. Jahrhundert gehörte das Schloss der Familie Męciński, die die Innenräume klassizistisch umgestaltete. Um 1870 ließ sich der Naturforscher Michał Poleski, Teilnehmer des Januaraufstands von 1863, hier nieder. Er gründete eine Landwirtschaftsschule mit Chemie- und Physiklabor, einer großen Bibliothek sowie Sammlungen von Mineralien und Pflanzen des Jura. Um 1900 erhielt das Gebäude neugotische Züge.
Brände im 20. Jahrhundert und jahrzehntelange Vernachlässigung zerstörten das Schloss. Beim ersten Brand nennen die Quellen unterschiedliche Jahre – teils 1924, das regionale Tourismusportal 1931 –, einig sind sie sich beim Brand von 1956, der sechs Tage dauerte. Schloss und Nebengebäude wurden 1989 und 2010 aus der Denkmalliste gestrichen, geschützt blieb nur der Park. Mit Entscheidung vom 31. August 2023 wurde die Schlossruine wieder eingetragen. Eigentümer ist der polnische Staat.
Die Ruine kann jederzeit kostenlos von außen besichtigt werden. Schilder an den Mauern warnen vor Einsturzgefahr und verbieten das Betreten – gehen Sie nicht hinein und behalten Sie Kinder im Auge. Für die Ruine selbst genügen 15–20 Minuten; sie eignet sich daher gut als Zwischenstopp auf einer Jura-Tour. In der Nähe liegen die barocke Bartholomäuskirche in Włodowice (ca. 250 m), die Felsen von Rzędkowice (ca. 3 km), die Góra Zborów in Podlesice (ca. 5 km) und die Ruine der Wachburg Bąkowiec in Skarżyce. Nach Zawiercie ist es nicht weit, von Krakau oder Katowice fahren Sie etwa 1–1,5 Stunden.
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