Museen
Breslau, Niederschlesien

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Audio-Spaziergang durch Breslau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 3,5 km
Der Alte Jüdische Friedhof in Breslau (Wrocław) an der früheren Lohestraße, heute ul. Ślężna, ist eine der eindrucksvollsten jüdischen Begräbnisstätten Mitteleuropas. Er wird als Museum für Friedhofskunst geführt, eine Abteilung des Städtischen Museums Breslau. Auf 4,6 Hektar sind rund 12.000 Grabsteine erhalten – von schlichten Mazewot bis zu tempelartigen Familiengrüften. Wer die Geschichte des deutschen Breslau verstehen will, sollte diesen stillen, grünen Ort unbedingt besuchen.
Die jüdische Gemeinde erwarb das Gelände 1856; die erste Beisetzung fand am 17. November 1856 statt, geweiht wurde der Friedhof von Rabbiner Abraham Geiger, einem der Begründer des Reformjudentums. 1912 entstanden am Tor neue Verwaltungsgebäude und eine Kapelle nach Entwürfen der Brüder Paul und Richard Ehrlich.
Die letzte Beerdigung fand 1942 statt, in der Zeit der Deportationen der Breslauer Juden. Bei den Kämpfen um die „Festung Breslau“ 1945 wurde auch der Friedhof getroffen – Einschusslöcher sind an manchen Steinen noch zu sehen. 1975 wurde er unter Denkmalschutz gestellt, seit 1988 ist er als Museum zugänglich.
Beeindruckend ist die Vielfalt: Säulenhallen, maurische und ägyptisierende Grabbauten, Jugendstil-Stelen und deutsche Inschriften zeugen vom Wohlstand und von der Assimilation der Gemeinde. Suche unter anderem die Gräber von:
Im Lapidarium liegen Fragmente mittelalterlicher Grabsteine, darunter einer mit der Jahreszahl 1203.
Plane 1 bis 1,5 Stunden ein. Von Mai bis September bietet das Museum sonntags Führungen auf Polnisch an, die im Eintritt enthalten sind; Führungen in anderen Sprachen solltest du vorab anfragen. Die Wege sind uneben, der Friedhof ist laut Museum nicht barrierefrei. Fotoshootings und Werbedrehs sind nicht gestattet.
Öffnungszeiten und Eintritt (Stand: Oktober 2026, laut Städtischem Museum):
Kontakt: Tel. +48 71 791 59 04, E-Mail cmentarz@mmw.pl. Ab 1. November gelten die kürzeren Winterzeiten, im Dezember wird es also schon am frühen Nachmittag dunkel – plane deinen Besuch dann lieber für den Vormittag. Mit Kinderwagen ist der Rundgang wegen der Kopfsteinpflaster- und Erdwege mühsam.
Der Eingang liegt am Zaułek Ferdynanda Lassalle'a an der ul. Ślężna 37/39, etwa 1,5 Kilometer südlich des Hauptbahnhofs Wrocław Główny. Straßenbahnen und Busse halten an „Uniwersytet Ekonomiczny“. Aus Deutschland erreichst du Breslau mit dem Zug über Görlitz oder Berlin sowie mit dem Auto über die A4.
Ja – besonders für alle, die sich für jüdisches Erbe, Grabkunst und die deutsch-polnische Geschichte Schlesiens interessieren. Viele Inschriften sind auf Deutsch, sodass du die Lebensgeschichten der früheren Breslauer Familien oft direkt lesen kannst. Gut kombinierbar ist der Besuch mit der Synagoge zum Weißen Storch im Viertel der vier Konfessionen, der einzigen erhaltenen Vorkriegssynagoge der Stadt. Am schönsten ist das Licht am Vormittag oder am späten Nachmittag; im Herbst solltest du festes Schuhwerk für die feuchten, laubbedeckten Wege mitnehmen.
Zeiten gültig bis 31. März 2027
Kwiecień–październik codziennie 9:00–18:00; listopad–marzec codziennie 9:00–16:00.
Bilet normalny 20 zł, ulgowy 15 zł (niedzielne oprowadzania V–IX w cenie biletu).
ul. Ślężna 37/39 (wejście od Zaułka Ferdynanda Lassalle'a), 50-301 Wrocław
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Geprüft: Oktober 2026