Festungen
Paczków in der Oppelner Schlesien wird das polnische Carcassonne genannt — und das aus gutem Grund. Steinmauern aus dem 14. Jahrhundert umschließen die Stadt in einem regelmäßigen Oval von 1200 Metern Länge, an manchen Stellen bis zu 7 Meter hoch, und von den ursprünglich 24 Bastionen sind immerhin 19 erhalten. Es ist einer der vollständigsten mittelalterlichen Wehrringe Polens.
Die erhaltenen Schalentürme — halbrund, zur Stadtseite geöffnet — gehören zu den am besten bewahrten Baudenkmälern dieser Art im Land. Zusammen mit den Bruchsteinmauern bilden sie einen lesbaren, fast vollständigen Ring, an dem sich die mittelalterliche Festungskunst ablesen lässt.
Drei Türme sind Reste der Torbauten. Der Breslauer Turm (Untere) aus dem 14. Jahrhundert ist 30 Meter hoch und hat eine Aussichtsterrasse (geöffnet Mai–September, 10.00–18.00 Uhr). Der Glatzer Turm (Obere), an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert, misst rund 22 m, der Münsterberger (Badehaus-)Turm aus derselben Zeit etwa 27 m. Das vierte, das Neißer Tor, ist ein Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert; daneben läuft auf der Mauerkrone ein gedeckter hölzerner Wehrgang mit Aussichtsplattformen und Wehrgangsgeschütz.
Auf den Mauern darf man gehen: Der Weg führt etwa 7 Meter über dem Boden auf einem Steg von knapp 1,5 m Breite. Auf den Bastionen führen Holztreppen zu Gängen und Podesten — 13,5 m und dann 15,5 m über dem Boden; die letzte Station ist eine Bastion mit gedecktem halbrunden Wehrgang.
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