Kirchen & Klöster
Paczków, Oppeln
Die Pfarrkirche St. Johannes Evangelist in Patschkau (Paczków) ist eine gotische Kirche, die im 16. Jahrhundert zur Festung umgebaut wurde. Hinter einer weißen Renaissance-Attika mit Schwalbenschwanzzinnen verbirgt sich ein mächtiger Backsteinbau, und mitten im Kirchenschiff liegt ein Brunnen für den Belagerungsfall. Zusammen mit der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer gehört sie zu den spannendsten Sehenswürdigkeiten im früheren Fürstentum Neisse.
Patschkau liegt in der Woiwodschaft Oppeln direkt an der tschechischen Grenze, an der Landesstraße 46 zwischen Neisse (Nysa) und Glatz (Kłodzko). Von Breslau (Wrocław) sind es rund 90 km, etwa anderthalb Stunden Fahrt. Aus Deutschland fährst du über Görlitz und Breslau oder über Dresden und Tschechien; ab Dresden solltest du mit gut vier Stunden rechnen. Patschkau hat einen Bahnhof mit Regionalverbindungen, das Angebot ist aber dünn. Bezahlt wird in Złoty (PLN).
Der Bau begann um die Mitte des 14. Jahrhunderts, meist wird 1350 genannt; Stifter war der Breslauer Bischof Preczlaw von Pogarell. Patschkau gehörte den Breslauer Bischöfen, daher die Größe der Kirche. Im 15. Jahrhundert kam die Marienkapelle hinzu, der Turm wurde 1429 teilweise abgetragen und 1462 mit neuem Obergeschoss wieder aufgebaut.
Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche aus Angst vor den Türken befestigt: Die hohen Dächer wurden abgesenkt, darum entstand eine Mauer mit Schießscharten, gekrönt von der Attika. Die Arbeiten werden dem italienischen Baumeister Jakob Parr zugeschrieben, im Auftrag von Bischof Jakob von Salza. Im Schiff entstand ein runder Steinbrunnen, damit die Verteidiger auch bei längerer Belagerung Wasser hatten. Im 18. Jahrhundert folgte die Rochuskapelle, im 19. Jahrhundert eine neugotische Ausstattung.
Ja, vor allem zusammen mit der Altstadt. Für die Kirche reichen 30 bis 45 Minuten, für den Rundgang entlang der rund 1200 m langen und bis zu 7 m hohen Stadtmauer mit ihren Tortürmen solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Die Altstadt mit Befestigung ist seit 2012 polnisches Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii).
Die Kirche ist eine aktive Pfarrkirche an der ul. Kościelna, im höchsten Teil der Altstadt. Der Eintritt ist frei. Feste Besichtigungszeiten ließen sich nicht bestätigen (Stand: Oktober 2026); am sichersten ist der Zugang kurz vor oder nach der Messe. Während der Gottesdienste bitte nicht herumgehen. Vor dem Westportal liegen Treppen.
Beginne am Rynek mit dem Rathausturm aus der Renaissance und gehe dann bergauf zur Kirche. Von hier führt ein Weg entlang der Mauer zu den Tortürmen, etwa zum Breslauer, Glatzer und Frankensteiner Tor. Wer fotografieren möchte, kommt am besten am Vormittag oder späten Nachmittag, wenn das Licht die weiße Attika gegen den Backstein abhebt. Für Familien eignet sich der Spaziergang auf der Mauerrunde gut, das Kircheninnere ist eher etwas für ruhige Minuten.
In Patschkau lohnt das Gasmuseum in einem Gaswerk von 1902, laut Stadt der einzige Ort in Polen mit vollständig erhaltenen Anlagen zur Stadtgasproduktion. Neisse mit seinen Kirchen und Festungsanlagen liegt rund 25 km entfernt.
Czynna świątynia; dostęp do wnętrza zależy od nabożeństw i parafii.
Brak regularnego biletu; zachowaj zasady miejsca kultu.
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Geprüft: Oktober 2026