Kirchen & Klöster
Krasiczyn, Karpatenvorland
In Prałkowce, gleich hinter der Stadtgrenze von Przemyśl, hängt in einer ehemaligen griechisch-katholischen Kirche von 1842 ein Bild, das aus der heutigen Ukraine über Leżajsk bis an den San gelangte. Es ist die Muttergottes von Zbarasch (Zbaraż) – eine Kopie der Ikone von Częstochowa aus dem 16. Jahrhundert, auf Kupferblech gemalt, vor der der Überlieferung nach König Johann III. Sobieski betete. Neben der Kirche steht ein hölzerner Glockenturm vom Ende des 16. Jahrhunderts, eine Station der Holzarchitekturroute im Karpatenvorland.
Die gemauerte, klassizistische Kirche zu Mariä Tempelgang stiftete Eustachy Drużbacki. Sie entstand 1842 an der Stelle einer Holzkirche, die 1840 abgebrannt war. Nach einer von der Holzarchitekturroute überlieferten Geschichte bat der Gutsherr während jenes Brandes die Leute, die die Kirche retten wollten, ihm beim Löschen eines Feuers in seinem Wald zu helfen – zwei Jahre später ließ er eine große gemauerte Kirche errichten.
Nach der Aussiedlung der griechisch-katholischen Bevölkerung 1945–1947 übernahm die römisch-katholische Kirche das Gebäude. In den 1960er-Jahren wurde es renoviert und um eine Musikempore, eine Sakristei und eine Wohnung für den Priester erweitert. Heute betreuen die Michaeliten die Kirche.
Ursprünglich hing das Bild in der Bernhardinerkirche in Zbarasch, heute in der Westukraine. Der Überlieferung nach betete Johann III. Sobieski davor, und König Michał Korybut Wiśniowiecki stiftete ihm ein silbernes Kleid. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Bernhardiner das Bild nach Leżajsk, seit 1972 befindet es sich im Hochaltar von Prałkowce. Heute ist es auf einer Metallplatte mit Reliefs polnischer Adler befestigt.
Achten Sie auf den Kontrast: eine klassizistische Steinkirche und daneben ein jahrhundertealter, ganz mit Schindeln verkleideter Glockenturm – einer der wenigen Orte der Umgebung, an denen zwei so unterschiedliche Epochen auf ein Foto passen. Planen Sie 20–30 Minuten ein. Den Innenraum sehen Sie am leichtesten zu den Gottesdienstzeiten. Auf einem Hügel südwestlich des Dorfes liegt das Artilleriefort GW VII „Prałkowce“, Teil des äußeren Rings der Festung Przemyśl – ein lohnender kurzer Abstecher für Festungsinteressierte.
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