Kirchen & Klöster
Liszki, Kleinpolen
Um die Kirche in Morawica zu bauen, verkaufte Fürst August Aleksander Czartoryski die Kostbarkeiten der Kapelle von Burg Tenczyn und ließ dann die Hälfte der alten Burg von Morawica abreißen. Auf ihren Trümmern entstand 1743–1748 die barocke Kirche St. Bartholomäus nach Plänen des Italieners Francesco Placidi. Die andere Burghälfte blieb als Pfarrhaus erhalten – mit in den Fels gehauenen Gängen.
Morawica in der Gemeinde Liszki bei Krakau war im Mittelalter Sitz des mächtigen Geschlechts der Topór (Toporczyk), die hier schon um 1200 residierten und später den Namen Tęczyński annahmen. Die älteste Erwähnung der Pfarrei findet sich in der „Größeren Vita des hl. Stanislaus“ von Wincenty aus Kielcza: Sie schildert ein Wunder, das der Ritter Andrzej aus Morawica erlebte, und nennt den Pfarrer Świętek (1247–1253). 1286 erscheint ein „Petrus capellanus de Morawica“, Kaplan der Burgkapelle.
Die erste Kirche war aus Holz; 1408 ersetzte sie ein gemauerter Bau, den der Chronist Jan Długosz als „aus weißem Stein“ beschrieb. 1743 befand Czartoryski, Erbe der Tenczyner Güter, ihn für zu klein. Gemeinsam mit seiner Frau Zofia geb. Sieniawska finanzierte er den Neubau mit dem Erlös aus dem Verkauf der Tenczyner Kapellenschätze. Die alte Kirche wurde in fünf Tagen abgerissen, vom 22. bis 27. April 1743; der Bau begann am 29. April und endete am 26. Oktober 1748. Placidi erhielt für den Entwurf 180 polnische Złoty. Geweiht wurde die Kirche 1755 von Bischof Andrzej Stanisław Załuski.
Ein Teil der Burg wurde 1666 zum Pfarrhaus umgebaut, wie eine Stiftertafel festhält, und nach 1871 erneut verändert. Seine dicken Mauern und die unterirdischen, in den Fels gehauenen Gänge, durch die man aus der belagerten Burg fliehen konnte, sind der älteste Teil der Anlage. Kirche, Pfarrhaus, Glockenstuhl, Umfriedung und der einstige Burghügel stehen unter Denkmalschutz.
Die Kirche steht auf dem alten Burghügel, das Pfarrhaus – der Rest der Burg – gleich daneben. Den Innenraum sehen Sie am einfachsten zu den Messzeiten: sonntags um 7:00, 9:00, 11:30, 15:00 und 18:00 Uhr, werktags um 7:00 und 18:00 Uhr. Das Pfarrhaus ist Sitz der Pfarrei; dass die Felsgänge zugänglich wären, erwähnen die Quellen nicht – fragen Sie bei Interesse im Pfarrbüro nach. Planen Sie 30–45 Minuten ein. Burg Tenczyn, wohin die Toporczyk im 14. Jahrhundert ihren Sitz verlegten und deren Kapellenschätze die Kirche finanzierten, ist ein naheliegendes zweites Ziel.
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