Paläste
Wenige Minuten vom Krakauer Flughafen, nördlich der Autobahn A4, steht zwischen alten Bäumen eines denkmalgeschützten Parks der stattliche Palast, der als Residenz der Radziwiłłs bekannt ist. Die Geschichte des Ortes beginnt 1519, als Seweryn Boner hier ein hölzernes Herrenhaus errichtete; seine heutige neubarocke Gestalt verdankt der Palast dem Umbau von 1887–1894.
Das gemauerte Renaissance-Herrenhaus baute an gleicher Stelle Seweryns Sohn Jan Boner; das Aussehen der Residenz jener Zeit ist aus der Vedute von Matthias Gerung um 1536 bekannt. Am 16. Februar 1574 hielt sich der nach Krakau reisende König Heinrich Valois hier auf. Nach der Schwedischen Sintflut ließ Großkanzler Jan Szembek den Palast wiederaufbauen, zu Beginn des 19. Jahrhunderts sanierte ihn Urszula Darowska.
1887 kaufte Fürst Dominik Radziwiłł den Palast von der ungarischen Familie Homolacs und baute ihn 1887–1894 nach Plänen von Tadeusz Stryjeński um. Hier verbrachte er die Ferien mit seiner Frau Dolores de Agramonte, und im Juli 1912 waren Erzherzog Karl Franz Joseph mit Gemahlin Zita zu Gast. Das Radziwiłł-Wappen schmückt die Front, fächerförmige Treppen führen zur Terrasse im Obergeschoss.
Nach 1945 ging der Palast an die Jagiellonen-Universität, seit den frühen 1950er Jahren dient er dem Institut für Tierzucht als Konferenzzentrum und Hotel. 2005 trafen sich hier Präsidenten und Ministerpräsidenten anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz-Birkenau. Rund um den Palast erstreckt sich ein 5 Hektar großer Park im Stil eines italienischen Gartens. Die Besichtigung ist nach telefonischer Vereinbarung möglich.
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