Kirchen & Klöster
Olesno, Oppeln
Die älteste Kirche von Olesno (Rosenberg O.S.) trägt den Beinamen „Engelskirche“ – im Inneren zählt man über 50 Engelsdarstellungen. Die gotische Kirche St. Michael, erbaut nach 1374, brannte mehrfach und wurde immer wieder aufgebaut; eine ihrer Glocken kehrte nach fast 70 Jahren Irrfahrt durch Deutschland in den Turm zurück. Eine Geschichte, die man kennen sollte, bevor man eintritt.
Die erste Erwähnung von St. Michael stammt von 1226, damals vermutlich eine hölzerne Pfarrkirche. 1353 kamen Augustiner nach Olesno, und 1374 übertrug ihnen Herzog Władysław von Oppeln das Patronat über die Pfarrei und erlaubte den Bau einer neuen, gemauerten gotischen Kirche. Sie brannte 1395, 1578, 1642 und 1722. 1627 plünderten Wallensteins Truppen den Innenraum. Nach dem Brand von 1722 entstand die Kirche in ihrer heutigen Form mit einem Turm, der jedoch 1822 wegen Rissen abgetragen werden musste. Der heutige Turm stammt von 1856–1857.
1935 übernahm die neue Fronleichnamskirche die Rolle der Pfarrkirche, St. Michael wurde Filialkirche.
1942 beschlagnahmten die Deutschen die Kirchenglocken für die Rüstung. Die Glocke „Heiliger Michael“ landete auf dem Glockenfriedhof bei Hamburg, wurde aber nicht eingeschmolzen. 1952 kam sie nach Passau, und die dortige Diözese gab sie an die Kirche in Thalberg, wo sie fast 60 Jahre läutete. Ende 2011 wurde sie nach Olesno zurückgebracht und im April 2013 wieder in ihrem Turm aufgehängt.
Die Kirche steht in der ulica Kościelna 2 direkt am Markt; ihr hoher Turm ist im ganzen Zentrum zu sehen. Für die Besichtigung genügen 15–30 Minuten. Als Filialkirche ist sie seltener geöffnet als die Pfarrkirche – am ehesten finden Sie die Türen vor Gottesdiensten offen. Verbinden Sie den Besuch mit der hölzernen Wallfahrtskirche St. Anna von 1518 am Stadtrand.
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