Kirchen & Klöster
Pińczów, Heiligkreuz
In der Kirche am Marktplatz von Pińczów liegt Jan Łaski (Johannes a Lasco) begraben – der bedeutendste polnische Reformator, der in England und Ostfriesland reformierte Gemeinden aufbaute. Darin liegt das Paradox dieser Kirche: Für die Pauliner gebaut, diente sie einige Jahrzehnte den Calvinisten und kehrte dann zu den Mönchen zurück. Hinter der manieristischen Fassade verbirgt sich ein Innenraum mit Barockaltären und seltenem Chorgestühl mit dem Leben heiliger Einsiedler.
Gestiftet wurde die Kirche 1430 vom Krakauer Bischof Zbigniew Oleśnicki, nachdem Pińczów 1428 Stadtrecht erhalten hatte. 1436 übergab er sie den Paulinern, und man begann eine dreischiffige Basilika, die vor 1449 fertig war. 1550 vertrieb der Stadtherr Mikołaj Oleśnicki, ein glühender Anhänger der Reformation, die Mönche. Dank König Sigismund August kehrten sie zurück, aber nur für 1551–1555; Pińczów wurde zu einem Zentrum des polnischen Calvinismus. Jan Łaski starb hier im Januar 1560 und wurde in der damals calvinistischen Kirche beigesetzt.
Die Pauliner erhielten die Kirche nach 1586 zurück, als Bischof Piotr Myszkowski die Herrschaft Pińczów kaufte. Der heutige Bau entstand ab 1637 unter Verwendung des alten Turms, der Vorhalle und einiger Mauern und wurde vor 1656 geweiht. Nach Aufhebung des Klosters 1819 nutzten ihn bis 1864 Norbertinerinnen aus Busko; heute ist er Pfarrkirche St. Johannes Apostel und Evangelist.
Das Wappen über dem Eingang zur Vorhalle gehört Zygmunt Gonzaga Myszkowski – aus der Familie, die die Kirche den Paulinern zurückgab. Die Sakristeiausstattung schuf Bruder Antoni Rotter. Das Nationale Institut für Kulturerbe zählt die Kirche zu den besten kleinpolnischen Beispielen des Baumeisterstils der Wasa-Zeit.
Die Kirche ist in Gebrauch. Laut Website der Pfarrei (Stand Oktober 2026) finden Messen sonntags um 7:00, 8:30, 10:00, 11:30 und 17:00 Uhr statt, werktags um 6:30 und 17:00 Uhr – kurz davor oder danach kommt man am leichtesten hinein. Laut Nationalem Institut für Kulturerbe muss ein Besuch zu anderen Zeiten telefonisch mit dem Pfarrer vereinbart werden (Pfarrbüro: +48 41 357 78 10). 20–30 Minuten genügen. Pińczów liegt an der Nida, etwa 40 km südlich von Kielce; wenige hundert Meter entfernt finden Sie das Regionalmuseum im ehemaligen Kloster, die Alte Synagoge von 1594–1609 und die manieristische Annakapelle auf dem Hügel über der Stadt.
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