Kirchen & Klöster
Pińczów, Heiligkreuz
Pińczów hat zwei Gesichter: den Renaissance-Marktplatz und Mirów – einst ein eigenes Städtchen, 1592 von Zygmunt Myszkowski gegründet. In Mirów steht die Kirche Mariä Heimsuchung mit dem Franziskanerkloster, und darin das Gnadenbild der Muttergottes von Mirów, gemalt um 1600, wahrscheinlich in der Krakauer Werkstatt von Tommaso Dolabella, dem Hofmaler der Wasa-Könige. Das Heiligtum zieht Pilger aus Polen und dem Ausland an.
Gestiftet wurde die Kirche vom Krakauer Bischof Piotr Myszkowski – das Bistum Kielce nennt das Jahr 1577, das regionale Tourismusportal 1578, andere Darstellungen 1587. Vollendet wurde sie 1619 von Ferdynand Myszkowski, dem Sohn von Zygmunt Gonzaga Myszkowski. Im Oktober 1683 holte Stanisław Kazimierz Myszkowski die Reformaten, einen Zweig der Franziskaner, nach Pińczów; sie gründeten ein Kloster und übernahmen die Kirche. Laut Bistum kürzten die Brüder, getreu ihrer Armutsregel, die Türme auf Dachhöhe und entfernten einen Teil des Fassadenschmucks sowie die Wappen der Stifter.
Das Kloster entstand 1686–1706 um einen quadratischen Kreuzgarten. Bis 1852 lebten die Mönche unter anderem von der Herstellung von Tuch für ihre Habite. Nach dem Januaraufstand gegen die russische Herrschaft bestimmten die zaristischen Behörden, dass das Kloster nach dem Tod des letzten Mönchs aufgelöst werden sollte; ab 1908 war in seinen Räumen ein Krankenhaus untergebracht. Der letzte Reformat starb 1910, 1928 kehrten die Franziskaner zurück. Pfarrkirche wurde das Gotteshaus erst 1990.
Das Tafelbild folgt dem Vorbild der Ikone Salus Populi Romani aus der römischen Basilika Santa Maria Maggiore: Die stehende Maria hält das Kind auf dem linken Arm, darunter erscheinen die Heiligen Stanislaus und Adalbert. In Auftrag gab es um 1600 Zygmunt Gonzaga Myszkowski. Zunächst hing es in der Kapelle des Myszkowski-Schlosses, 1683 kam es in die Kirche. 1992 wurde das Bild vom Apostolischen Nuntius Józef Kowalczyk gekrönt.
Laut dem Portal Świętokrzyskie Travel kann die Kirche täglich bis 17:30 Uhr besichtigt werden, der Eintritt ist frei. Adresse: ul. Klasztorna 29, 28-400 Pińczów, Tel. +48 41 357 20 84. Für Kirche und Kreuzgang genügen 30–45 Minuten. Besuchen Sie sie außerhalb der Messen und in angemessener Kleidung; danach lohnt der Aufstieg auf den Annaberg (Góra św. Anny) mit Blick über Mirów, die Kirche und das Nida-Tal.
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