Kirchen & Klöster
Pińczów teilt sich in zwei Zentren: den Renaissance-Marktplatz und das bescheidenere Mirów, eine ehemalige Kleinstadt mit eigener Kirche. Die Kirche der Heimsuchung der Seligen Jungfrau Maria ist heute zugleich Pfarrkirche, Haus der Franziskaner-Reformaten und vor allem das Sanktuarium der Muttergottes von Mirow, eines der wichtigsten Marienheiligtümer der Region Świętokrzyskie.
Die Kirche stiftete 1587 der Bischof Piotr Myszkowski, vollendet wurde der Bau 1619 durch Ferdynand Myszkowski, den Sohn von Zygmunt Gonzaga Myszkowski. Im Oktober 1683 holte Stanisław Kazimierz Myszkowski die Franziskaner-Reformaten nach Pińczów; sie errichteten das Kloster und übernahmen die Kirche. Die Mönche lebten hier bis 1910, als der letzte Ordensbruder, Innocenty Boniszewski, starb; zuvor war ein Teil der Klostergebäude in ein Krankenhaus umgewandelt worden, die Aufhebung führten die zarischen Behörden durch. Die Kirche wurde im Ersten Weltkrieg beschädigt, und die Reformaten kehrten 1928 ins Kloster zurück.
Am Querschiffsarm hängt das wundertätige Bild der Muttergottes von Mirow, gemalt um 1600 im Auftrag von Zygmunt Gonzaga Myszkowski, höchstwahrscheinlich in der Werkstatt von Tomasz Dolabella, dem Hofmaler der Wasas. Das Tafelbild wiederholt das berühmte Vorbild der Salus Populi Romani aus der römischen Basilika Santa Maria Maggiore: Maria stehend mit dem Kind auf dem linken Arm, darunter die Heiligen Stanisław und Wojciech. Das Bild wurde zuerst in der Kapelle des Schlosses der Myszkowski aufbewahrt und 1683 in die Mirower Kirche übertragen; 1992 krönte es der apostolische Nuntius Józef Kowalczyk.
Die Kirche steht im Stadtteil Mirów, wenige Gehminuten vom Pińczower Marktplatz entfernt, und der Weg ist auch vom Busbahnhof bequem. Der Zugang richtet sich nach den Gottesdienstzeiten und den Öffnungen der Pfarrei; außerhalb lohnt ein Blick auf die Fassade und den klösterlichen Charakter der Gebäude, die seit über drei Jahrhunderten die Stille der Reformaten bewahrt haben.
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