Kirchen & Klöster
Oppeln
Die Kathedrale zum Heiligen Kreuz in Oppeln (Opole) ist die Bischofskirche des Bistums Oppeln und das höchste Bauwerk der Stadt: Ihre beiden neugotischen Türme ragen rund 73 Meter auf. Die gotische Backstein-Hallenkirche, bis 1945 die katholische Pfarrkirche von Oppeln, liegt nur wenige Gehminuten vom Ring entfernt. Hier ruht der letzte Oppelner Piastenherzog, und hier hängt das Gnadenbild der Oppelner Muttergottes. Nach dreijähriger Sanierung ist die Kirche seit Dezember 2025 wieder geöffnet.
Der Überlieferung nach stand hier schon zur Zeit Bolesławs des Tapferen eine erste Holzkirche; 1024 soll der Breslauer Bischof ihr eine Kreuzreliquie geschenkt haben – daher das halbe Kreuz im Oppelner Stadtwappen. Gesichert ist das Kollegiatstift im 13. Jahrhundert. Am 16. November 1295 wurde die von Herzog Bolko I. gestiftete Steinkirche geweiht.
Im Sommer 1415 brannte sie nach einem Blitzschlag nieder. Der Wiederaufbau zog sich wegen Geldmangels über ein Jahrhundert hin und wurde erst 1520 unter Herzog Johann II. dem Guten abgeschlossen – aus dieser Zeit stammt die heutige dreischiffige Halle. 1634 plünderten die Schweden die Kirche, Brände beschädigten sie mehrfach. 1810 wurde das Stift säkularisiert. Die markante Doppelturmfassade entstand 1899–1900 unter Leitung des Oppelner Baumeisters Joseph Cimbollek; bei der Renovierung 2009 fand man in den Turmkugeln Dokumente aus jener Zeit, darunter ein Verzeichnis der Oppelner Reichstagsabgeordneten und alte Ansichtskarten. 1934 erhob der Papst die Kirche zur Basilica minor. Bis 1945 gehörte Oppeln kirchlich zu Breslau; danach setzte der polnische Primas August Hlond im August 1945 einen eigenen Administrator für das Oppelner Schlesien ein, und die Kirche wurde Prokathedrale. Seit 1972 ist sie Kathedrale des Bistums Oppeln.
Ab August 2022 war die Kathedrale wegen eines neuen Fußbodens und archäologischer Grabungen geschlossen; dabei kamen Reste älterer Vorgängerbauten zutage. Laut der Regionalzeitung Nowa Trybuna Opolska feierten die Gläubigen am 20. Dezember 2025 wieder die erste Liturgie in der Kirche.
Der Eintritt ist frei (Stand: Oktober 2026). Feste Besichtigungszeiten veröffentlicht die Pfarrei nicht; tagsüber ist die Kirche in der Regel geöffnet, während der Gottesdienste solltest du auf eine Besichtigung verzichten. Plane 20–40 Minuten ein.
Die Kathedrale liegt etwa 250 Meter nordwestlich des Rings, vom Bahnhof Opole Główne sind es 15–20 Minuten zu Fuß. Oppeln erreichst du über die A4: von Breslau (Wrocław) rund eine Stunde, von Görlitz etwa 260 km. Gleich in der Nähe: Ring und Rathaus, die Franziskanerkirche mit der Piastengruft, die Promenade am Mühlgraben und der Universitätshügel mit der Bergelkirche.
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Geprüft: Oktober 2026