Märkte & Altstädte
Oppeln
Der Ring von Oppeln (Opole) mit dem Rathaus in der Mitte ist das historische Herz der oberschlesischen Hauptstadt an der Oder und der beste Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang. Der Marktplatz hat seinen mittelalterlichen Grundriss bewahrt, rundherum stehen farbige Bürgerhäuser, und über allem ragt der Rathausturm auf, der dem Palazzo Vecchio in Florenz nachempfunden ist. Seit Februar 2026 kannst du den sanierten Turm mit einer liebevoll gestalteten Ausstellung über das alte Oppeln auch von innen erleben.
Oppeln liegt an der Autobahn A4 etwa 100 km südöstlich von Breslau (Wrocław), die Fahrt dauert rund eine Stunde. Von Görlitz sind es etwa 260 km, von Dresden rund 360 km und von Berlin etwa 470 km, jeweils über die A4 und Breslau. Auch mit der Bahn ist Oppeln von Breslau aus in ungefähr einer Stunde erreichbar. Vom Hauptbahnhof Opole Główne läufst du 10 bis 15 Minuten bis zum Ring. In der Innenstadt gilt eine gebührenpflichtige Parkzone – am einfachsten parkst du etwas außerhalb des Zentrums.
An der Stelle des Rathauses stand im Mittelalter ein hölzernes Kaufhaus, das schon früh dem Stadtrat als Sitz diente. Später entstand ein Ziegelbau, im 16. Jahrhundert kam ein Turm mit Uhr und Glocke hinzu. Beim großen Stadtbrand von 1739 brannte das Rathaus fast vollständig aus; der wiederaufgebaute Turm erhielt eine barocke Zwiebelhaube. Ab 1818 wurde das Gebäude grundlegend umgebaut – beraten wurde die Stadt dabei von Karl Friedrich Schinkel. 1863–1864 entstand ein neuer Turm nach dem Vorbild des Palazzo Vecchio.
Eine Episode, die viele Besucher aus Deutschland überrascht: Beim Abriss der Krämerhäuser am Rathaus verlor der Turm seinen Halt und stürzte am 15. Juli 1934 ein. Menschen kamen nicht zu Schaden. Bis 1936 wurde ein neuer, rund 65 Meter hoher Turm errichtet und der Südflügel mit Arkaden angebaut; die feierliche Einweihung fand im Oktober 1936 statt. Zu diesem Anlass wurde am Ring ein Denkmal Friedrichs des Großen aufgestellt, das nach dem Krieg 1945 entfernt wurde. Das Rathaus überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt und ist bis heute Sitz der Stadtverwaltung. Täglich erklingt vom Turm das Trompetensignal der Stadt.
Beim Kampf um die Stadt 1945 wurde ein Großteil der Häuser an der West- und Ostseite des Rings zerstört. Polnische Architekten bauten sie nach dem Krieg in barockisierenden Formen wieder auf – nicht immer getreu dem Vorkriegszustand. Achte besonders auf:
Der Turm wird nur mit Führung besichtigt, in Gruppen von höchstens 10 Personen, die Tour dauert bis zu einer Stunde. Auf dem Weg nach oben erwarten dich eine Litfaßsäule mit Plakaten von 1929, eine „Zeitmaschine“-Vorführung, die Stube des Turmbläsers und detailreiche Modelle der Altstadt im Zustand vom Oktober 1929 – also aus der Zeit, als hier noch Oppeln stand. Von zwei Aussichtsebenen, eine davon mit Fernrohren, blickst du über die Dächer; bei klarem Wetter sollen sogar die Sudeten zu sehen sein. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Turm nicht zugänglich.
Stand: Oktober 2026 – der Turm ist seit 1. Oktober freitags bis sonntags von 10:00 bis 16:45 Uhr geöffnet, letzter Einlass 15:45 Uhr. Der Eintritt kostet einheitlich 15 Złoty. Tickets gibt es nur am Besuchstag in der Touristeninformation am Ring 23, spätestens 15 Minuten vor Beginn; reservieren kannst du telefonisch unter +48 77 451 19 87. Die Zeiten für Dezember bis März solltest du vorab auf opole.pl prüfen. Die Stadt bietet thematische Stadtführungen auch auf Deutsch an (gegen Gebühr, auf Anfrage). Der Ring selbst ist eine frei zugängliche Fußgängerzone.
Auf jeden Fall – am besten kombiniert mit einem Spaziergang an der Mühlgraben-Promenade („Oppelner Venedig“), über die Pfennigbrücke zum Piastenturm und zur Kathedrale. Für den Ring rechnest du 30–45 Minuten, mit Turm und Franziskanerkirche etwa zwei Stunden. Abends ist der angestrahlte Rathausturm ein schönes Fotomotiv, im Sommer füllen Restaurantterrassen den Platz. Wer Spuren der deutschen Stadtgeschichte sucht, findet sie auch im nahen Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen an der Mühlgraben-Promenade.
Rynek dostępny całodobowo; wieża ratuszowa od 1.10.2026 pt–nd 10:00–16:45 (ostatnie wejście 15:45, zwiedzanie z przewodnikiem w grupach do 10 os.), pon–czw nieczynna; harmonogram na zimę 2026/27 do sprawdzenia.
Rynek – wstęp wolny; wieża ratuszowa – bilet 15 zł (jedna cena), sprzedaż w Miejskiej Informacji Turystycznej, Rynek 23, w dniu zwiedzania.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026