Aussichtspunkte
Nowa Ruda (Neurode), Niederschlesien
Der Annaberg liegt innerhalb der Stadtgrenzen von Nowa Ruda (Neurode). Auf dem Gipfel steht ein steinerner Aussichtsturm von 1911, einer der ersten Türme im Stil der Moderne in den Sudeten. Etwas tiefer warten eine barocke Wallfahrtskirche mit Einsiedlerhaus und eine ehemalige Baude von 1903. Von der Turmterrasse überblicken Sie die ganze Stadt und die Gebirgszüge rund um den Glatzer Kessel.
Schon im 15. Jahrhundert stand unterhalb des Gipfels eine hölzerne Annakapelle, nach der Berg und eine kleine Siedlung benannt sind. 1644 entstand eine gemauerte Wallfahrtskapelle, 1662–1665 erweitert. Ab 1665 fand hier bis 1917 ein Volksfest zu Ehren der Bergpatronin statt, und an der Kirche ließen sich Einsiedler nieder – insgesamt fünfzehn. 1812 besuchte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen den Berg.
Um 1900 verbanden sich Wallfahrt und Tourismus. Auf Initiative von Carl Ferche entstand 1903 eine Baude, und 1911 baute die Neuroder Sektion des Glatzer Gebirgsvereins den Turm nach Plänen von Heinrich Wolf aus Berlin. Eröffnet wurde er am 29. Oktober 1911.
Ab 1962 trug der Turm einen Radio- und Fernsehsender und war für Besucher gesperrt. Jahrelang setzten sich Einwohner für seine Rückgabe ein. 2014 war die Renovierung abgeschlossen – Treppen, Mauern und Terrasse wurden erneuert, 14 Säulen und der Helm rekonstruiert –, und am 5. Oktober 2014 wurde der Turm wieder eröffnet.
Markierte Wege führen vom Zentrum Neurodes und von Sarny auf den Gipfel; vom Zentrum sind es etwa anderthalb Kilometer bergauf. Im Sommer ist die Kirche ein lebendiger Wallfahrtsort, besonders um das Annafest am 26. Juli. Ein städtischer Wanderweg verbindet diesen Turm mit dem auf dem Allerheiligenberg – zusammen ein schöner Halbtagesausflug.
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