Museen
Busko-Zdrój, Heiligkreuz
Die grüne Holzvilla am Eingang zur Altstadt von Busko sieht aus wie eine typische Kurpension von vor hundert Jahren. Kaum ein Kurgast weiß, dass hier während der deutschen Besatzung ein Sondergericht saß und im Keller ein Arrest, in dem in einer Zelle für vier Personen bis zu zwanzig festgehalten wurden. Heute zeigt die Kunstgalerie Willa Polonia zeitgenössische Kunst und eine Dauerausstellung zur Geschichte von Busko-Zdrój – und das Gebäude selbst erzählt eine der eindringlichsten Geschichten der Stadt.
Die Villa ließ um 1900 der Arzt Dr. Julian Majkowski erbauen. 1905 verkaufte er sie an den Kurarzt Antoni Sulimierski, später gehörte sie Dr. Leopold Byrkowski. Dieser vermachte sie 1938 auf dem Sterbebett dem studentischen Hilfsverein der Universität Warschau. Es ist das einzige Holzgebäude im Bereich der sogenannten Altstadt von Busko.
Im Zweiten Weltkrieg richteten die Deutschen hier eine Dienststelle der Sicherheitspolizei und ein Sondergericht ein. Im Obergeschoss fanden Verhöre statt, oft unter Folter; im Keller saßen Mitglieder des Widerstands – Soldaten der Heimatarmee und der Bauernbataillone. Im Kellervorraum stand ein leerer Sarg, den jeder neu eingelieferte Häftling sehen sollte. Der Leiter dieser Stellen, Hans Peters, wurde bei einem Anschlag polnischer Partisanen getötet. Damals nannte man das Haus „Villa von Dr. Byrkowski“.
Nach dem Krieg nutzten das Gebäude nacheinander das Komitee der kommunistischen Partei, ein Jugendverband, der Rettungsdienst, in den 1960er-Jahren eine Entbindungsstation, die Direktion eines Gummiwerks und die Stadtbibliothek. 1980 war es nur noch abrissreif. Gerettet wurde es durch Veteranen der Heimatarmee und eine eigens gegründete Bürgerkommission. Eine Generalsanierung dauerte von 1980 bis 1989; danach waren hier die Galerie „Zielona“ und das Regionalmuseum untergebracht. Die Villa steht als Baudenkmal und Gedenkort unter Schutz.
Kürzlich wurde sie erneut grundlegend saniert: Die Fundamente wurden verstärkt, das Erdgeschoss fast vollständig neu errichtet und das Holzgerüst von Obergeschoss und Dach komplett ersetzt. Vertäfelungen und Zierelemente wurden abgenommen, restauriert und wieder angebracht, fehlende Teile nachgefertigt, und auf der Rückseite kam ein kleiner Anbau hinzu.
Die Galerie liegt an der al. Adama Mickiewicza 7 im Zentrum von Busko-Zdrój und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch den Kurort verbinden. Öffnungszeiten: Dienstag–Freitag 9:00–17:00 Uhr, Samstag 13:00–17:00 Uhr, montags geschlossen. Das Ausstellungsprogramm wechselt – informieren Sie sich vorab (Tel. +48 41 370 54 35). Planen Sie 45–60 Minuten für Dauer- und Wechselausstellung ein. Sehen Sie sich zuerst den historischen Teil an – so verstehen Sie besser, was dieses Haus 1939–1945 war.
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