Kirchen & Klöster
Buk, Großpolen
Auf einem kleinen Hügel in Buk, wo vor der Stadtgründung vielleicht eine Burgsiedlung lag, steht seit 1760 die Heilig-Kreuz-Kirche aus Lärchenholz – ein seltenes Beispiel einer Holzkirche über griechischem Kreuz, mit gleich langen Armen und einer Scheinkuppel samt achteckigem Türmchen. Gestiftet hat sie Wiktor Raczyński aus Wojnowice, Sohn des Woiwoden von Posen. Im Inneren ist der Großteil der Rokokoausstattung erhalten, ringsum liegt ein Friedhof, auf dem u. a. Sensenmänner von 1848 und Kämpfer des Großpolnischen Aufstands (1918–1919) ruhen.
Die heutige Kirche ist die dritte an dieser Stelle, auf der einstigen Vorstadt Konary. Hier könnte bereits die erste Kapelle gestanden haben, die in einer Urkunde Herzog Bolesławs des Frommen von 1257 erwähnt wird. Nachdem Buk 1289 Magdeburger Stadtrecht erhalten hatte, verlegte man die Stadt einige hundert Meter an den heutigen Marktplatz, und der Hügel ging ganz an die Kirche über. Hier stand eine Adalbertkirche, erwähnt anlässlich eines Brandes 1515 und 1608–1609 erweitert, im 18. Jahrhundert aber abgetragen. An ihrer Stelle errichtete Raczyński die heutige Kirche im Stil des Hochbarock.
2020 wurde die Kirche im Rahmen eines EU-kofinanzierten Projekts zur Sanierung von zehn Holzkirchen des Erzbistums Posen restauriert.
Die Kirche ist ein verbretterter Fachwerkbau aus Lärchenholz. An das griechische Kreuz schließen im Westen die Sakristei und im Osten die Vorhalle an. Über der Vierung erhebt sich eine Scheinkuppel mit achteckigem Türmchen und einer Haube mit blechverkleideter Laterne. Innen tragen acht kreisförmig angeordnete Säulen die Decke.
Suchen Sie an einer Wand des Türmchens ein Herz aus Schiefer. In der Vorhalle links neben der Tür hängt das Epitaph von Stanisław Baranowicz von 1795 – vermutlich zur Buße wurde er draußen unter der Kirchenschwelle begraben. Neben der Kirche stehen ein hölzerner Glockenturm von 1757 mit originalen Schindeln und eine steinerne Ecce-Homo-Figur von 1762. Auf dem Friedhof ruhen u. a. der napoleonische Soldat Stanisław Kaczmarek, Regina Wańkowicz, Schwester des Schriftstellers Melchior Wańkowicz, und Dr. Lech Siuda, ein Freund der Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska, die seinetwegen mehrmals nach Buk kam. Im Zentrum liegt das Sammelgrab der Sensenmänner von 1848 und der Aufständischen mit einer Miniaturkopie der Aufständischen-Statue – das Original von 1928 bauten die Deutschen 1939 ab.
Es ist eine aktive Kirche; das Innere ist außerhalb der Gottesdienste zu besichtigen – Messzeiten und Zugang erfahren Sie auf der Website der Pfarrei oder vor Ort. Außenbau, Glockenturm und Ecce-Homo-Figur sind jederzeit zu sehen; auf dem Friedhof bleiben Sie bitte auf den Wegen. Für Kirche und Friedhof sollten Sie 30–45 Minuten einplanen.
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