Nationalparks
gmina Dobiegniew, Lebus
Der Nationalpark Drawa (Drawieński Park Narodowy) schützt das Herz der Drawa-Heide (Puszcza Drawska) im Nordwesten Polens: die wilden Täler der Flüsse Drawa (Drage) und Płociczna, rund zwanzig Seen und alte Buchenwälder. Er gehört zu den ruhigsten Nationalparks des Landes und ist ein Paradies für Kanuten – die Drawa gilt als einer der schönsten Paddelflüsse Polens. Und das nur rund drei Autostunden von Berlin entfernt: eine Sehenswürdigkeit, die sich für ein langes Wochenende lohnt.
Der Park liegt im Grenzgebiet der Woiwodschaften Westpommern, Lebus und Großpolen; Sitz der Verwaltung ist das Städtchen Drawno (Neuwedell). Bis Stettin (Szczecin) sind es etwa 100 km, nach Posen (Poznań) rund 150 km. Aus Berlin fährst du über Stettin oder über Küstrin (Kostrzyn) und Gorzów; die Landesstraße 22 verläuft entlang der Südgrenze des Parks. Ein Auto ist für die Anfahrt praktisch unverzichtbar.
Gegründet am 1. Mai 1990 mit 8.691,5 Hektar, umfasst der Park heute rund 11.536 Hektar, dazu eine Pufferzone von über 350 km². Mehr als 80 % der Fläche sind Wald, vor allem Buchen und Eichen, fast ein Zehntel sind Flüsse und Seen; der größte See ist der Ostrowite. Es gibt 12 streng geschützte Zonen. Wappentier ist der Fischotter.
Bis 1945 gehörte die Gegend zu Deutschland – zur historischen Neumark und zu Pommern. Im Wald findest du Spuren verschwundener Dörfer, die Ruinen der Mühle Węgornia an der Płociczna und Bunker der Pommernstellung, um die 1945 heftig gekämpft wurde. Geplant ist außerdem, den Park um das Zwischenoderland (Międzyodrze) bei Stettin zu erweitern (rund 1.400 Hektar); ein Verordnungsentwurf liegt seit Juli 2026 vor, beschlossen war er im Oktober 2026 noch nicht.
Für einen Lehrpfad reichen 1–2 Stunden, am schönsten sind aber zwei, drei Tage mit Übernachtung auf den Biwakplätzen des Parks. Paddeln auf der Drawa ist saisonal erlaubt: vom 1. Januar bis 15. März und vom 1. Juli bis 31. Dezember, jeweils 9–19 Uhr, mit einem Tageslimit von 750 Personen. Vom 16. März bis 30. Juni ist der Fluss für Boote gesperrt; der Park kann das Limit jederzeit senken. Im Herbst 2026 warnt er vor Niedrigwasser, und bei Flusskilometer 7 wurde ein Steg zum Umtragen der Kajaks abgebaut.
Zelten darfst du nur auf ausgewiesenen Biwakplätzen (u. a. Drawnik, Barnimie, Bogdanka, Sitnica, Pstrąg, Kamienna), Wohnmobile nur auf dem Platz Pstrąg; Feuer nur an markierten Stellen. Hunde sind in polnischen Nationalparks grundsätzlich nicht erlaubt.
Die Drawa eignet sich für Paddler mit etwas Erfahrung: Die Strömung ist zügig, umgestürzte Bäume verlangen Manövrieren, manchmal auch Umtragen. Familien mit Kindern sind auf den Lehrpfaden und an den Seen besser aufgehoben, Radfahrer auf den Schotterwegen durch den Wald. Kajakverleihe gibt es in den Orten rund um den Park; frag bei der Buchung, ob die Tickets für deinen Tag inklusive sind.
Der Winter bringt Stille und Tierspuren im Schnee. Paddeln ist von Januar bis Mitte März formal erlaubt – aber nur für erfahrene, gut ausgerüstete Kanuten. Die Wege bleiben geöffnet, die Tage sind kurz.
Stand: Oktober 2026 (Preise können sich ändern):
Für Paddler und Naturliebhaber unbedingt – klares Wasser, tiefer Wald und kaum Menschen. Verbinde die Tour mit einem Abstecher nach Stettin oder ins Seengebiet um Wałcz (Deutsch Krone).
Szlaki piesze, rowerowe i konne cały rok od świtu do zmierzchu; spływy Drawą 1.01–15.03 i 1.07–31.12 w godz. 9:00–19:00 (limit 750 os./dzień); Centrum Edukacji i Turystyki wt–nd 8:30–15:00.
Spływ Drawą 10 zł/os./dobę (IX–XII, I–15.III), 12 zł w VII–VIII; biwak 18 zł/os./noc (26 zł VII–VIII, ulga 50%); CEiT 12 zł (ulg. 6 zł); szlaki piesze bez opłat w cenniku.
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Geprüft: Oktober 2026