Berge & Gipfel
Łodygowice, Schlesien
Noch bis in die 1970er-Jahre bestiegen Wanderer den Czupel, ohne zu wissen, dass sie auf dem Dach der Kleinen Beskiden (Beskid Mały) standen – damals galt die Łamana Skała als höchster Gipfel. Erst genaue Vermessungen gaben dem Czupel den Vorrang: Nach den neuesten Lidar-Messungen ist er 931 m hoch (auf Karten finden sich auch 930, 933 und 934 m). Heute ist er ein Ziel für Sammler der Krone der polnischen Berge und ein guter Anlass, den westlichen Teil des Gebirges zwischen Soła- und Biała-Tal zu erkunden.
Der Czupel ist Knotenpunkt mehrerer kurzer Kämme in der Gruppe der Magurka Wilkowicka; vom benachbarten Rogacz (900 m) trennt ihn der Sattel Wysokie Siodło. Das ganze Massiv ist bewaldet, überwiegend mit Buchen und beigemischten Fichten. Hier wächst der eher seltene Rote Fingerhut, und im Wald lebt der Runzelige Laufkäfer. Windwurf und Holzeinschlag haben den Baumbestand am Gipfel jedoch gelichtet, sodass sich heute ein Ausblick bietet, den es früher nicht gab.
Laut dem regionalen Tourismusportal zeigen sich über dem Wilkowice-Tor das Skrzyczne und die Klimczok-Gruppe, im Osten glänzen die Soła und ihre Stauseen, und der Blick fällt auf das obere Becken des Pumpspeicherkraftwerks auf dem Żar. Bei guter Sicht sieht man auch das Schlesische Vorgebirge mit dem Goczałkowice-Stausee. Von Wiesen am Ostkamm, einige hundert Meter tiefer, reicht der Blick zur Babia Góra, zum Pilsko und sogar zur Tatra und zur slowakischen Kleinen Fatra.
Entlang des Kammwegs ziehen sich lange Steinwälle, die einst von den Almwiesen gesammelt wurden – Einheimische nennen sie krody. Erhalten sind auch Reste von Schützengräben aus dem Zweiten Weltkrieg. Vor 1914 entstand am Weg vom Czupel zur Magurka Wilkowicka die Hütte „Widok na Tatry“ (Tatrablick), die bis 1967 bestand. Über den Kamm verläuft die Grenze zwischen Międzybrodzie Bialskie und Łodygowice.
Der Gipfel ist ganzjährig kostenlos zugänglich, hat aber keinerlei Infrastruktur – die nächste PTTK-Hütte steht auf der Magurka Wilkowicka, etwa 45 Minuten auf dem blauen Weg entfernt. Die schönste Runde führt von Czernichów auf den Czupel und weiter über die Magurka; dafür brauchen Sie den größten Teil des Tages. Der Aufstieg von Czernichów ist anstrengender, als die Distanz vermuten lässt, und nach Regen sind Wurzeln und Steine rutschig. Nehmen Sie Wasser mit und klären Sie die Parkmöglichkeiten am Startpunkt.
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