Festungen
Warschau, Masowien

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Audio-Spaziergang durch Warschau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 2,9 km
Die Zitadelle Warschau (Cytadela Warszawska) ist eine Festung aus dem 19. Jahrhundert im Stadtteil Żoliborz. Das Russische Kaiserreich ließ sie nach dem gescheiterten Novemberaufstand errichten, um Warschau (Warszawa) unter Kontrolle zu halten. Jahrzehntelang stand sie für die Unterdrückung durch den Zaren: als politisches Gefängnis und als Hinrichtungsstätte. Heute ist sie ein wichtiger Gedenkort und zugleich das neue Museumsviertel der Hauptstadt mit dem Museum der Polnischen Armee, dem Museum der Geschichte Polens, dem Katyń-Museum und dem Museum des X. Pavillons.
Zar Nikolaus I. ließ die Zitadelle 1832–1834 bauen. General Iwan Dehn orientierte sich am Vorbild der Zitadelle von Antwerpen, und die Anlage umfasste rund 36 Hektar. Für den Bau wurden 76 Häuser abgerissen und bis zu 15.000 Menschen umgesiedelt. Die Kosten von 11 Millionen Rubel wurden großteils über nicht zurückgezahlte „Darlehen“ aus der Warschauer Stadtkasse und der Bank Polski gedeckt. Die Stadt bezahlte also selbst für die Festung, die sie überwachen sollte.
Gedacht war die Zitadelle nicht zur Verteidigung, sondern zur Befriedung der Stadt. Hier tagte eine militärische Untersuchungskommission, und der X. Pavillon diente als Untersuchungsgefängnis für politische Häftlinge. An den Hängen der Festung wurde 1864 Romuald Traugutt hingerichtet, der Anführer des Januaraufstands, später auch Aktivisten der Arbeiter- und Unabhängigkeitsbewegung. 1918 ging von der Funkstation der Zitadelle das Telegramm Józef Piłsudskis über die Wiedergeburt des polnischen Staates hinaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Festung 1939 bombardiert. Während des Warschauer Aufstands 1944 hielten deutsche Truppen sie besetzt, und sie trennte die Einheiten der Heimatarmee in Żoliborz von denen in der Altstadt.
Für einen Rundgang über das Gelände mit den Toren reicht etwa eine Stunde. Wenn du auch die Museen besuchen willst, nimm dir einen ganzen Tag Zeit, denn jedes Haus verdient mindestens 1,5 bis 2 Stunden. Beachte die Ruhetage: Montags sind das Armeemuseum und das Katyń-Museum geschlossen, dienstags das Museum der Geschichte Polens. Im Winter ist das Gelände windig und einige Tore schließen früh, also komm am besten bei Tageslicht.
Das Gelände der Zitadelle ist frei zugänglich. Laut dem Museum der Geschichte Polens gelten für die Fußgängertore folgende Zeiten:
Museen:
Die nächste Station ist Dworzec Gdański an der Metrolinie M1, von dort gehst du zum Żoliborz-Tor. Straßenbahnen und Busse halten an Most Gdański und Park Traugutta (Neustädter Tor) sowie an der Haltestelle Cytadela (Hinrichtungstor). Mit dem Auto erreichst du die Tiefgarage nur über die Uferstraße Wybrzeże Gdyńskie, und zwar über die Nebenfahrbahn Richtung Zentrum vor der Kreuzung mit der ul. Krasińskiego. Parken kostet laut dem Museum der Geschichte Polens 6 Złoty pro Stunde. Aus Berlin kommst du mit dem Eurocity in etwa fünf bis sechs Stunden nach Warschau, vom Bahnhof geht es dann mit der Metro weiter.
Neustadt und Altstadt, die als historisches Zentrum zum UNESCO-Welterbe gehören, erreichst du zu Fuß in etwa 20 bis 25 Minuten. Unterhalb der Festung verlaufen die Weichselboulevards.
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Geprüft: Oktober 2026