Aussichtspunkte
Breslau, Niederschlesien

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Audio-Spaziergang durch Breslau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 3,5 km
Die Liebichshöhe in Breslau (Wrocław), heute wieder offiziell Bastion Sakwowy, ist eine Bastei der alten Stadtbefestigung aus dem 16. Jahrhundert, die im 19. Jahrhundert zu einem romantischen Aussichtshügel am Stadtgraben umgestaltet wurde. Nach einer umfassenden Sanierung (2022–2025) erstrahlen Kolonnade, Peristyl-Pavillon und Brunnenplatz in neuem Glanz. Von den Terrassen blickst du auf den Stadtgraben und die Promenade – nur zehn Minuten vom Ring entfernt.
Die Bastei entstand 1571 nach Plänen von Hans Schneider an der Südostecke der Befestigung, nahe dem früheren Sakwowa-Tor; später diente sie als Pulvermagazin. Nachdem die Franzosen 1807 die Schleifung der Festungswerke angeordnet hatten, gestaltete Johann Friedrich Knorr sie zu einem Promenadenhügel um. 1867 stiftete der Kaufmann Adolf Liebich zur Erinnerung an seinen Bruder einen Belvedere mit Turm – daher der Name Liebichshöhe, der vielen Breslauern bis heute ein Begriff ist. Der Turm überstand den Zweiten Weltkrieg nicht. 1945 lag in den alten Kasematten der Befehlsbunker des Kommandanten der Festung Breslau.
Nach dem Krieg hieß der Hügel kurz „Hügel der Liebe“ – eine Fehlübersetzung von „Liebichs Höhe“ – und ab 1948 inoffiziell „Partisanenhügel“ (Wzgórze Partyzantów). 2024 erhielt er amtlich den historischen Namen Bastion Sakwowy zurück.
In der Volksrepublik war der Hügel ein beliebter Vergnügungsort – mit einem tragischen Kapitel: 1967 stürzte während der Studententage (Juwenalia) eine Treppe ein, ein Mensch kam ums Leben. 1990 wurde das Gelände für 40 Jahre an eine Privatfirma verpachtet und verfiel zusehends; erst ein Gerichtsurteil von 2017 beendete den Vertrag. Danach sanierte die Stadt die Anlage: Etappe I kostete rund 30 Mio. PLN, Etappe II knapp 6,7 Mio. PLN.
Eine dritte Etappe mit dem ehemaligen Observatorium auf dem Gipfel und den Kasematten ist erst geplant; diese Bereiche sind nicht zugänglich.
Das Gelände ist kostenlos zugänglich und laut Stadt täglich rund um die Uhr geöffnet. Plane 30–45 Minuten ein. Seitliche Wege haben Rampen, es gibt aber Treppen und steile Abschnitte; am bequemsten ist der Zugang von der ul. Nowa. Öffnungszeiten von Café und Restaurant legen die Pächter fest. Am schönsten ist es in der Dämmerung, wenn die Kolonnade beleuchtet wird; im Advent 2025 stand am Aufgang von der ul. Teatralna ein leuchtender Weihnachtsbaum. Mit Kindern lässt sich der Besuch gut mit einem Spaziergang entlang des Stadtgrabens verbinden, der von alten Bäumen gesäumt ist.
Die Bastei liegt an der ul. Piotra Skargi und ul. Nowa am Stadtgraben, etwa 10 Gehminuten vom Ring. Die Straßenbahnhaltestelle Wzgórze Partyzantów ist gleich nebenan. Aus Dresden oder Berlin kommend parkst du am besten außerhalb der Gebührenzone.
Entlang der Promenade am Stadtgraben erreichst du den Theaterplatz, die Oper und das Nationalmuseum. Die Markthalle liegt wenige Minuten nördlich, der Ring mit dem Alten Rathaus nordwestlich.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026