Märkte & Altstädte
Breslau, Niederschlesien

Audioguide
Station 4 von 13 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„Ein Graf aus Lemberg auf Holzpaletten – und was 1945 wirklich geschah.”
13 Stationen 90 Min. 3,5 km
Angelegt wurde der Platz im 13. Jahrhundert auf einer flachen Anhöhe über der Oder, an einem Handelsweg, der Europa von Ost nach West durchzog. Mit rund 204 mal 170 Metern und 3,64 Hektar gehört der Marktplatz von Wrocław (Breslau) zu den größten Altstadtmärkten Europas. In seiner Mitte steht ein Häuserblock mit dem gotischen Rathaus, darunter die Piwnica Świdnicka – ein Lokal, das bereits 1303 erwähnt wird.
Herzog Heinrich der Bärtige verlieh der Stadt samt Marktplatz um 1232 das Stadtrecht, die endgültigen Privilegien folgten 1261. Rund um den Platz wurden ursprünglich 36 gleich große Bürgerparzellen abgesteckt, die im Lauf der Jahrhunderte geteilt und wieder zusammengelegt wurden – am Ende entstanden 60 Grundstücke. In der Mitte, dem sogenannten Mittelblock, standen Tuchhallen, Stände für Eisen und Gewürze, Brotbänke und die städtischen Waagen. Die Tuchhallen wurden 1821–1824 abgerissen und durch klassizistische Häuser ersetzt, und 1860–1863 entstand neben dem alten Rathaus das Neue Rathaus nach Plänen von August Stüler. Dort hat der Stadtpräsident bis heute sein Büro.
Erste Erwähnungen des Rathausbaus stammen aus den Jahren 1299 und 1301. Der Turm wurde 1354 erhöht und erhielt 1559 den Helm, den man heute noch sieht. Im 19. Jahrhundert stellte der Architekt Karl Lüdecke die gotischen Innenräume wieder her, und 1890–1891 kamen zwölf Statuen an die Südfassade. Heute beherbergt das Gebäude das Museum für Bürgerkunst, eine Abteilung des Städtischen Museums Wrocław.
Die Piwnica Świdnicka (Schweidnitzer Keller) im Südteil des Rathauses zählt zu den ältesten noch betriebenen Gaststätten Europas. Ab 1332 wurde hier Gerstenbier ausgeschenkt, und ab 1519 rollten die Fässer durch einen unterirdischen Gang aus einer Brauerei hinter dem Haus „Zum Goldenen Krug“ auf der anderen Seite des Platzes.
1945 wurden mehr als 60 % der Bebauung rund um den Platz zerstört, nur 17 Gebäude blieben erhalten. Der Beschluss zum Wiederaufbau fiel 1953, manche Häuser kehrten aber schon früher zurück: Als erste wurden 1950 die Häuser Nr. 36/37 an der Ostseite wieder errichtet. Das letzte von Grund auf rekonstruierte Haus, „Zum Goldenen Hund“, entstand erst 1992–1994. Bei der Erneuerung des Pflasters 1995 kamen die Fundamente der Großen Waage sowie der mittelalterlichen Tuchhallen und Verkaufsstände zum Vorschein.
Für den Platz und einen Rundgang um den Mittelblock reicht eine Stunde, mit dem Museum im Rathaus etwa zwei. Beginnen Sie an der Westseite und gehen Sie dann zum Plac Solny (Salzmarkt) in der Südwestecke. Am ruhigsten ist es werktags am Vormittag; abends füllen Restaurantterrassen den Platz. Die Straßen rund um den Markt eignen sich auch gut für die Suche nach den Breslauer Zwergen – kleinen Bronzefiguren an Gehwegen und Fensterbänken. Die Dominsel (Ostrów Tumski) mit dem Dom ist zu Fuß schnell erreicht. Prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten des Museums vor dem Besuch auf der Website des Städtischen Museums Wrocław.
Der Breslauer Weihnachtsmarkt läuft vom 20. November 2026 bis 7. Januar 2027 und belegt alle vier Seiten des Rings sowie die Świdnicka- und die Oławska-Straße und den Plac Solny. Geöffnet ist täglich von 10 bis 21 Uhr; am 24. und 25. Dezember sowie am 1. Januar ist geschlossen, am 26. Dezember öffnet der Markt um 13 Uhr. An Silvester schließen die Geschenkbuden um 17 Uhr, Speisen und Getränke gibt es bis 2 Uhr nachts. Mehr in unserem Guide Weihnachtsmarkt Breslau 2026.
Eintritt frei
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